Keine Satire

Es war einmal eine Stadt, deren Namen fängt mit F. an. Ich möchte den Namen nicht ausschreiben, um nicht alle Menschen dieses Städtchens der Lächerlichkeit preiszugeben, denn nur einer müsste an den Pranger gestellt werden. Da ich dagegen bin, dass Menschen an den Pranger gestellt werden, nenne ich auch seinen Namen nicht. Auch nicht die Partei, aus der er kommt, obwohl sich so mancher denken kann, in welcher Partei er beheimatet ist. Nun: In dieser Stadt gab es Anschläge auf den Dönerverkauf. Und der gute Mann aus F. der Partei – ich sag noch immer nicht wie sie heißt – forderte als Buße den Bau einer Moschee. Nun aber gehörten die Dönerstände a) einem Iraker (Muslim? Christ? Atheist?) b) einem Inder (Muslim? Hindu? Christ?) und c) einem Vietnamesen (Christ? Kommunist? Buddhist?). In diesem Städtchen leben nach meinen Informationen kaum Muslime – und die Moral aus der Geschicht: Ich fordere den Bau eines interreligiösen und atheistisch/kommunistischen Gebäudes – als Bußakt. Sollte sich aber herausstellen, dass diese Menschen alles Christen waren, sollte zumindest ein Dom dabei herausspringen – noch ein Dom, ein größerer als der alte, viel größer, ein Bußdom eben.

Auch das soll wohl unfreiwillig satirisch sein – ein Artikel, der unter aller Kritik ist. Da sitzt man, liest ihn und denkt sich: Was ist das, was soll das denn? Sowas Unterirdisches liest man selten – selbst in der taz: http://www.taz.de/1/wahrheit/artikel/1/die-vertreibende-kraft/

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