Erinnerung

Erinnerung ist nicht nur Sprache. Sie ist Gefühl, Gehörtes, Gerochenes, Gesehenes – aber viel, viel Sprache. Doch wird sie als Sprache im Gehirn abgespeichert? Oder wird sie nicht viel mehr als Gefühl abgespeichert, das dann wiederum in Sprache umgewandelt wird? Einen Satz merkt man sich nicht immer – aber die Bedeutung des Satzes. Das heißt auch hier, es wird etwas umgewandelt. Es wird etwas wahrgenommen und durch einen Filter verändert gespeichert und dann sozusagen wieder in Sprache rückübersetzt. Erinnerung muss eigentlich vorsprachlich sein, denn sonst hätten Tiere kein Erinnerungsvermögen. Wir Menschen haben dieses Erinnerungsvermögen kultiviert und kommunikabel gemacht. Anderes Beispiel: Ich erinnere mich an mein Kinderzimmer. Ich habe ein Bild und das Bild kann ich wieder sekundär mit Worten beschreiben.

Sind Bedeutungen von Sätzen eine Art gefühlte Bilder, die sich mein Hirn von der Aussage eines Satzes macht – und diese gefühlten Bilder können dann wieder versprachlicht werden?

Gedichte sind in Worte gefasste Bilder, die die gefühlte Bedeutung mitliefern – darum besonders eingängig sind…

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