Erinnerung 11

Am 20.7.1847 wurde Max Liebermann geboren. Max Liebermann – ich bewundere viele seiner Bilder, weil er es auch wagte, soziale Themen aufzugreifen – Kunst und Alltag, Alltag in der Kunst – ein schwieriges Unterfangen. Übrigens: Wer versteht heute noch den Kampf um das Bild: Der zwölfjährige Jesus im Tempel? http://www.gottesdienst-werkstatt.de/gdw_lk_2_liebermann.htm Ikonographische Jesusbilder wurden durchbrochen – vor allem aber: Er als Jude malt Jesusbilder! Das konnten die Antisemiten nicht auf sich beruhen lassen. Die Schulbiographie Liebermanns kann so manchem Schüler ein Trost sein.  Ein weiterer Maler hatte dieser Tage Geburtstag: Lyonel Feininger (17.7.1871). Als Maler begegnete er mir zuerst auf dem Flur im Gebäude der Praktischen Theologie in Heidelberg. Ich sah das interessante Bild und wollte wissen, wer das gemalt hat. Und da beschäftigte ich mich ein wenig mit Feininger. Auch an eine Dichterin möchte ich erinnern, Ricarda Huch, geboren am 18.7.1864. Auch sie hatte eine spannende Vita: http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/frauenarchiv/ausstellungen/europa/huch/ Warum finde ich bloß keine Seite im Internet, mit deren Hilfe ich Euch die Vielfalt der Gedichte von Ricarda Huch zeigen kann? Gibt es etwas, dass es im Internet nicht gibt? Auch ein Indiz dafür, dass sie fast vergessen ist? Eine nachdenkenswerte Rede: http://www.rhs-hagen.de/festakt.html Es lohnt sich, sich mit dieser Frau zu beschäftigen, die auch ein Gedenkbuch über den deutschen Widerstand begonnen hatte. — Auch ein Buch erschien im Juli 1925, Hitlers „Mein Kampf“ – ich habe es zum Teil gelesen, zum großen Teil überflogen und empfand es als ein endloses Sammelsurium von Aussagen eines ideologisch erstarrten Weltbildes. Eigentlich gehört es der Vergangenheit an – wenn, ja wenn es seit 2004 nicht in der Türkei wieder eine sehr große Leserschaft bekommen hätte. http://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Kampf Kleingeister kaufen es – und sind vielleicht stolz, wenn sie so ein Werk im nicht vorhandenen Bücherschrank stehen haben. Außerdem bietet es Kleingeistern Welterklärung – nun versteht man alles, was auf der Welt passiert, alles passt zusammen. Und das stimmt ja auch: Wenn man Puzzleteilchen zurechtschneidet, dann passen sie auch. — Aber kommen wir noch auf ein anderes Geburtstagskind zu sprechen: Georg Kreisler (18.7.1922) und lauschen andächtig dem Lied – oder schmettern es mit: http://www.youtube.com/watch?v=OOqsfPrsFRU 

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