Kunst + Kultur

Der Mensch hat die Gabe, Fertigkeiten zu erlernen, mit denen er „Schönes“ wiedergibt. Hat er die Fertigkeiten, merkt er, dass er nicht nur „Schönes“ wiedergeben kann, sondern in dem „Schönen“ auch sich selbst zeigt. Er kann aber auch in der Kunst die ganzen dunklen Abgründe des Menschen wiedergeben, seine Gewaltphantasien, seine dunklen Ängste vor Mächten… Diese Kunst findet man nicht in Museen, zumindest weiß ich davon nichts, sondern auf Seiten des Internets, die ich in meinem Blog nicht weitergeben möchte. Der Mensch kann seine wunderbaren Fertigkeiten für das nutzen, was erbaut, aber auch für das, was niederreißt, erniedrigt, in den Schlamm wirft. Das ist bekanntlich auch in der Wissenschaft so: Sie kann zum Nutzen des Menschen und zum Schaden des Menschen betrieben werden. Das gilt auch für Literatur, für Sport, für Architektur… Normalerweise achtet der Mensch in der funktionierenden Gesellschaft darauf, dass diese Abgründe nicht überhand nehmen, weil sie eine Gesellschaft nicht nur verstören, sondern auch zerstören können. Ich übertreibe nicht. Meine Frage ist nun: Warum versuchen manche Menschen, diese Abgründe für die Gegnerschaft gegen Religion zu nutzen? Man kann gegen Religion argumentieren, man kann gegen sie schreiben, malen, fotographieren – aber wieso wird hier immer wieder versucht, maßlos zu werden – und diese Maßlosigkeit auch noch öffentlich zu verteidigen? Freilich betrifft das nicht allein die Religion. Überall versuchen manche, die Mauer einzureißen. Es bedarf schon einer gewissen Standhaftigkeit, hier Kontrapunkte zu setzen und auf die Mauer zu beharren. Damit andere nicht erniedrigt werden, muss darauf geachtet werden, dass die Abgründe des Menschen gesellschaftlich nicht dominant werden, die Kultur des Todes, die andere und sich selbst seelisch und körperlich zerstört und erniedrigt, darf nicht über die Kultur des Lebens siegen – auch nicht in der Kunst. 

Impressum auf www.wolfgangfenske.de