liebevoller Krimineller

Ich möchte auf diesen Artikel hinweisen, der über die Sympathien, die Menschen für Kriminelle hegen können, reflektiert: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32942/1.html Der Kriminelle bekommt Sympathien, weil er sich gegen die Ordnungen wendet, er scheint frei zu sein, er darf nicht bestraft werden, weil er ein so liebevoller Mensch war – der Verbrecher als Robin Hood, für den manche auf die Straße gehen; der kleine bemitleidenswerte Verbrecher, den Frauen als Ehemann ersehnen – oder weil er so stark ist, so kraftvoll, dass er sich sogar gegen die Machthaber stellt? Manche ersehnen sich die Pop-Hirsche, manche eben die kleinen Verbrecher. Ich würde auch ein Teil der linken Polit-Clowns unter dem Aspekt der Ästhetisierung krimineller Handlungen einordnen. Voraus geht aber: Kriminelle  Handlungen dienen der Verbesserung der Welt: man darf bestimmte Tabus brechen, wenn man damit meint, die Welt zu verbessern. Das kennzeichnet von jeher Ideologen: Man darf Reiche und Oppositionelle enteignen, deren Besitz zerstören, wenn man dadurch die Gesellschaft besser macht – man darf sie gar, wie in den kommunistischen Revolutionen, ermorden und in Arbeitslager stecken. Die national-sozialistische Revolution mordete Juden und wollte alles beseitigen, was semitische Wurzeln hatte (Christentum) – sie wollte auf diese Weise die Welt besser machen. Solche Ideologien sind ja nicht augestorben: Romantisierer der Al-Qaida-Verbrecher, Romantisierer der Hamas und der Hisbollah und der Taliban… Und wenn es keine großen Bewegungen sind, dann sympathisiert man eben mit den kleinen Verbrechern, romantisiert deren Existenz, veredelt dessen Taten. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article8420972/19-jaehriger-Seriendieb-nach-jahrelanger-Jagd-gefasst.html  Und schlägt los, wenn so ein kleiner Verbrecher – wie in Paris und anderswo – aufgrund der Verfolgung von Ordnungsmächten ums Leben kommt. Das bedeutet: Nicht Werte bestimmen manche Menschen, nicht das, was gut oder böse ist, schadet oder nutzt, sondern die Solidarisierung mit Ihresgleichen. Wenn wir von Vorbildern sprechen, denken wir an Albert Schweitzer, Mutter Theresa, Dietrich Bonhoeffer… Wenn solche Menschen an Vorbilder denken, dann denken sie an: Bin Laden, Arafat oder an die großen Übeltäter: Mao, Lenin, Stalin, Hitler. Angesichts dieser von mir gestellten Diagnose möchte man am liebsten selbst zum gewalttätigen Volkserzieher werden. So sind wir Menschen…

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