Erinnerungen 10

Am 1.7.1646 wurde Gottfried Wilhelm Leibniz geboren. Leibniz, Leibniz – genau, ein Keks heißt so. Das zu wissen, gehört auch zur Bildung. Aber der Keks heißt nicht Gottfried Wilhelm mit Vornamen, hat von ihm nur den Nachnamen. Dieser Leibniz war ein Tausendsassa Mathematiker und Philosoph, Diplomat und Historiker, Physiker und Jurist – kurz: ein Universalgelehrter. Es ist hier nicht der Raum, all das schreiben zu können, was ihn bedeutend macht: http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz Nur: Was macht ihn für mich bedeutend? Sein ungeheurer Optimismus, alles verstehen und durchdringen zu können. Selbst die Theodizee-Frage, die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Gottes Gerechtigkeit und dem Leiden der Menschen. Nun – die Lösung hielt nicht lange vor: Das Erdbeben von Lissabon 1755, bei dem vermutlich bis zu 100.000 Menschen starben, ließ auch die beste aller Welten erschüttern.

Am 2.7.1724 wurde Friedrich Gottlieb Klopstock geboren: Bewundert von vielen seiner Zeitgenossen – doch ich tue mich sehr schwer mit ihm. Ich gebs zu: Es liegt sicher an mir. Am folgenden Herrn bewundere ich vor allem seine Biographie: Jean-Jacques Rousseau, der am 2.7.1778 gestorben ist. Der Mensch ist nicht zur Gemeinschaft geschaffen – gut ist er nur, wenn er allein ist, seiner edlen, wilden Natur gehorchend. http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Rousseau

Doch mit ihm tu ich mich leichter: Hermann Hesse, der am 2.7.1877 geboren ist. Was habe ich den Steppenwolf verschlungen. Was hat er meine Gedanken angeregt! Hesse war schon als Schüler sehr schwer zu haben – ich dagegen war eher ruhig, angepasst, tat keinem Weh (oder?) – aber dieser Bursche hatte so seinen Dickkopf. — Ich schweige nun: Selber lesen! http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse es gibt auch Inhaltsangaben zum Steppenwolf – aber das Buch sollte man doch unbedingt selber lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Steppenwolf Wer mag, kann ja mal Rousseaus Wilden und Hesses Steppenwolf zusammenführen.

Und dann noch der nächste „Halbsteppenwolf“ Ernest Hemingway. Er ist am 2.7.1961 gestorben. Er hat – ich darf das ja unter uns vollkommen unarrogant sagen – mein Schreiben ein wenig beeinflusst: Kurz und knapp – das Wesentliche zu erfassen suchen. Ich meine seine Nick-Stories. Die Naturbeobachtungen, die Doppelbödigkeit der Natur… – ich hatte darüber meine Abi-Arbeit geschrieben. Ich habe dabei wahrscheinlich mehr mich selbst entdeckt als Hemingway. Aber das macht ja nichts. Leider kann ich sie nicht mehr nachlesen – damals konnte man noch nicht so einfach kopieren. 

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