Erinnerungen

Am 14.6.1879 ist der Philosoph und Theologe Karl Rosenkranz gestorben. Er war ein Schüler Hegels und auch dessen erster Biograph und schrieb interessante Werke, so: Psychologie oder die Wissenschaft vom subjectivem Geist, Die Pädagogik als System und: Ästhetik des Hässlichen. Vielleicht kann jemand etwas mit diesen Stichpunkten anfangen? Anregungen gibt: http://www.tu-cottbus.de/techphil/Lehre/lvss06/portal/lv150141/aesthetik_7.pdf 

Ein paar anregende Fragen von mir: Ist das Hässliche nur hässlich, weil es nicht schön ist – oder ist das Hässliche eine Größe an sich? Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn sie das, was als hässlich angesehen wird, betont? Was bedeutet das für eine Gesellschaft, wenn sie das, was als schön angesehen wird, betont? Warum kann Schönes als hässlich bezeichnet werden – oder welche Bedeutung hat die Kennzeichnung eines Werkes als Kitsch? Wird etwas als kitschig bezeichnet, weil man Schönes nicht erträgt? Oder ist das in Worte oder auf Leinwand festgehaltene Schöne so schön, dass es schon wieder hässlich ist? Hässlich – eine Frage, die sich in der Kunst regt – Versuche, etwas hässlich darzustellen, weil es nur als hässlich empfunden wird: Höllenszenen, Teuflisches, Krankes. Hässliches aber auch in der Ethik: Obszön, böse, frech, unangemessen… – in der Wissenschaft: Hochmut, Arroganz… im Glauben: Starrsinn, Überheblichkeit, Fanatismus… – All das ist hässlich, was zur Kultur des Todes dazugehört – schön ist das, was zur Kultur des Lebens gehört. Oder ist doch alles ganz anders zu sehen? Der Mensch auch in seiner Hässlichkeit Ebenbild Gottes – und als solches kann er nie hässlich sein…? Der Mensch, der nicht Ebenbild Gottes sein will und darum alles dazu tut, hässlich zu werden, finster, dunkel, grausam – ist er immer noch schön? Die Schönheit des Bösen… Es gibt so manches darüber nachzudenken…

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