Atheismus

Manche Menschen müssen Beweise haben – andere können vertrauen.

Atheisten sehen sich als wahre Wissenschaftler an – Glaube habe mit Wissenschaft nichts zu tun. Das ist ein typischer rhetorischer Kniff, der darüber hinwegtäuschen will, dass es auch glaubende Naturwissenschaftler gibt bzw. Christen Naturwissenschaften weitergeführt haben.

Atheisten interpretieren den Glauben oft psychologisch (Gott = Vaterersatz; Glauben benötigt man aus Mangel an Selbstvertrauen usw.). Kann Atheismus nicht auch psychologisch interpretiert werden? Man will seine Sünde nicht einsehen, eine Art Großmannsucht… – vielleicht bezweifeln sie aber auch nur Religion, damit deren Vertreter gezwungen werden, ihnen Beweise zu liefern?

Atheisten und Christen sollen sich doch nicht über Gott streiten. Man weiß sowieso nicht, ob es ihn gibt oder nicht. – Wer das sagt, hat der bedacht, dass mit den jeweiligen Standpunkten unterschiedliche Menschenbilder verbunden sind? Mit den Menschenbildern unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie eine gute Gesellschaft aussieht, wie unsere aussehen soll?  

Wenn Christen sagen, dass die Menschen, die im Laufe der Geschichte Übeltaten begonnen haben, keine richtigen Christen waren, dann werfen Atheisten ihnen vor, dass Christen sich mit der Distanzierung nur rein waschen wollen – aber gerade die Religion diese Übeltäter produziert habe. Und wenn Atheisten damit konfrontiert werden, dass Atheisten Übeltaten getan haben – was passiert? Sie distanzieren sich von Nationalsozialisten und Kommunisten und anderen übeltuenden Atheisten und sagen: Das seien keine wahren Atheisten… Und die Christen sagen: Gerade an ihren Übeltaten sieht man, dass sie Atheisten waren.

Was ziehen wir daraus für ein Fazit? Atheisten sind wie Christen auch nur Menschen. Und Überheblichkeit tut niemandem gut.

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