Islam + Frauen

Was ist das denn mal wieder für eine SZ Darstellung: Sie versucht gegen Kelek Stimmung zu machen, weil sie auch die Beschneidung von Jungen durch Juden anspricht. „Keleks Furor kennt kein Maß“. Darf das nicht mehr angesprochen werden? Man kann ja auch die Taufe kritisieren – warum nicht Beschneidungsriten? Aber es geht wohl nicht um begründete Kritik, sondern nur darum, Kelek rhetorisch eins auszuwischen. Dann: Es sei möglich, dass sich aus Milli-Görüs „eine neue Generation von Intellektuellen herausbildet, die den Islamismus überwinden könnte“ – ist das ein Argument gegen patriarchalische Strukturen der Gegenwart im Islam? Nein, aber man kann das ja Kelek unter die Nase reiben. Auch Hirsi Ali wird angegriffen, weil sie über ihre Erfahrungen als Frau im Islam schreibt. Da das, was ich aus allen islamischen Ländern so höre doch eher die gängige Version einer Frauen-Biographie ist, wird wahrscheinlich auch das „es könnte ja einmal anders werden“ als Argument gegen Hirsi Ali im Hintergrund stehen. Freilich, mit der Autorin Tanjev Schultz bleibt zu wünschen, dass es anders wird – aber daraus Angriffe gegen die beiden Genannten zu starten, ist doch recht mau und nichts anderes als das beliebte Spiel, anderen Sand in die Augen zu streuen, weil man keine Argumente hat.

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