Kirche + Islam

Vor einigen Tagen habe ich Beiträge in den Blog zum Thema Kirche und Islam eingestellt. Warum? Christentum und Islam ringen seit Beginn des Islam miteinander. Nicht zuletzt wurde es durch die Eroberungszüge des Islam dazu herausgefordert. Die Christen aus dem Gebiet des heutigen Saudi Arabien/Jemen, die des gesamten nahen Ostens – und auch die des ferneren Ostens (Afghanistan und wohl auch Indiens) wurden durch die Angriffszüge in Mitleidenschaft gezogen – bis hin zu ihrem Untergang. Vor allem aber rückte der Islam durch sein Anrennen gegen Byzanz und Spanien, gegen Polen und Wien, durch die Sklavenzüge in Italien und Frankreich in das Blickfeld des Westens. Dass von all diesen Erfahrungen aus die Betrachtungsweise des Islam nicht besonders freundlich war, kann man wohl verstehen. Wir stehen also in einer Tradition, die dem Islam kritisch bis ablehnend gegenübersteht.

Ist das aber der alleinige Grund, weshalb wir in der Gegenwart angesichts des Islam skeptisch sind? Wer das bejaht, sollte den Koran und Hadithe lesen. Wer das dann immer noch bejaht, sollte bedenken, dass der Koran nicht historisch-kritisch gelesen wird wie die Bibel, sondern als Wort Allahs gilt, so wie er aufgeschrieben wurde, das heißt es gibt nach dem Selbstverständnis keinen wesentlichen Interpretationsspielraum. Wer das dann immer noch bejaht, sollte sich die Situation in den arabischen Staaten ansehen – vor allem auch in den Ländern, in denen der Islam noch nicht die Macht vollständig übernommen hat, aber sehr stark ist (Nigeria… – überall knallt er auf die Nicht-Islam-Gläubigen).

Und wer nun noch fragt: Was interessieren wir uns eigentlich so für den Islam – eigentlich gibt es doch wichtigere Dinge… Richtig. Finde ich auch. Nur: Er ist dabei unsere Kultur in einem Sinne umzuprägen, der uns nicht egal sein kann: z.B. Menschenrechte. Wem das egal ist, sollte sich mal ein wenig mit islamischer und europäischer Kultur befassen. Ob es ihm dann immer noch egal ist?   

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