Der/das Fremde (3)

Warum lehnt der Mensch Gottes Handeln ab? Gott, wie er sich in Jesus Christus zeigt, ist der ganz andere, der Unerwartete, der Fremde. Alles, was fremd ist, trägt erst einmal dazu bei, dass wir uns von uns selbst entfremden. Das Alltägliche, das Gewohnte wird anders. Ich richte mich in meiner Welt so gut es geht ein, versuche alles so hinzubiegen, dass es zu einem einheitlichen, runden Weltbild kommt. Und dann kommt Gott, der Fremde, den ich mir nicht vorstellen kann, der von mir etwas fordert, der mir seinen mir fremden Willen mitteilt…, der in Jesus Christus so ganz anders handelt, als sich der Mensch normalerweise Götter vorstellt. Und wenn er sich keine Götter vorstellt, dann ist der Anspruch Gottes, seine Existenz, sein Handeln anzuerkennen, überhaupt unvorstellbar und fremd. Ich werde mir und damit meinem Weltbild entfremdet. Folge: Ablehnung. Je nachdem: Süffisante Ablehnung, Spott, brutale Ablehnung, Ignorierung, Verdrängung, Gott wieder zurechtbiegen, damit er in mein Weltbild passt – und das gibt es auch: Offenheit für Gottes überraschendes Handeln, das man sich aber immer wieder erhalten muss.  (Wer Parallelen zu dem Umgang des Menschen mit fremden Menschen und Ereignissen sieht, sieht nicht falsch. Denn auch im Bezug zu Gott handelt der Mensch sicherlich nicht anders als sonst auch im Alltag.)

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