Islamkritik

Eine – sagen wir – Abrechnung mit der Islamkritik von Patrick Bahner (FAZ) finden wir hier: http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/01/islamkritik-und-donaldismus/ – und dabei auch die Abrechnung mit der Abrechnung. Nun: Diese Islamkritik hat nichts begriffen – aber macht nichts. Damit reiht er sich in die Reihe der hier schon häufig genannten Naivlinge ein, die nicht viel argumentieren können, aber dafür recht aggressiv sind. Aggressivität gilt bei mir nicht als Argument, ebenso nicht engagiertes Dahinschreiben. Ein Beispiel möchte ich herausnehmen: Da geht es gegen strenggläubige Christen und religionskritische Rationalisten 😉  , die ein Bündnis eingehen würden; diese hätten beim bürgerlichen Publikum Erfolg, weil das bürgerliche Publikum nicht über die Weltanschauung dieser Leute nachdenken würde. Das sei vergleichbar mit dem Antisemitismus der Gebildeten im Kaiserreich.

Irgendwie kenne ich diese Sprache und Vorgehensweise – dieses Herauspicken einer islamkritischen Frau, und über sie die Kübel des Zorns ausschütten – halte mit meinem Verdacht aber zurück, und bleibe bei meinem Metier:

a) Ich denke, dass sich die Leser und Leserinnen meines Blogs sehr wohl über das Gedanken machen, was sie hier und anderswo finden, denn meine Formulierungen dürften nicht immer leicht und eingängig sein – sie haben also das Nachdenken gelernt und lassen sich nichts vortäuschen; b) dann denke ich auch, dass die Leserinnen und Leser in der Lage sind, eigene Erfahrungen mit dem Gelesenen zu verbinden, ohne ideologische Scheuklappen zu haben, wie sie beim Autor des Artikels sichtbar werden; c) ich gehe auch davon aus, dass die Leserinnen und Leser ein wenig Ahnung vom Antisemitismus haben und sie wissen, dass – neben anderen – ein großer Unterschied im Antisemitismus und der Islamkritik besteht: Juden werden im Antisemitismus Greueltaten untergeschoben – beim Islam muss man nur die Zeitung aufschlagen (es sei denn der Schreiber dieses genannten Zeitungsartikels meint, dass alle Medien schon islamkritisch verseucht seien – aber: Den Islamkritikern wird doch immer vorgeworfen, Verschwörungsängsten anzuhangen; also die Kritiker der Islamkritiker auch? Wow, alles voller Verschwörungen!); es geht dem Antisemitismus um die Ablehnung eines Menschen als dieser Mensch, der einem Volk zugehört. In der Islamkritik geht es (es gibt freilich tumbe Ausnahmen) nicht um die Ablehnung eines Menschen, sondern der Ablehnung einer religiösen Ideologie.

Noch ein Hinweis: Manche Formulierung des Kritikers des Kritikers finde ich auch unangemessen.  

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