Hetze

Das ist ein sehr interessanter Artikel: http://www.sueddeutsche.de/politik/837/499119/text/ (gefunden über Kewil)

Nehmen wir mal das Zitat des Historikers Benz:

>Wenn man die katholische Kirche historisch nur über das Leid definieren wollte, das päpstliche Kreuzzüge gegen „Ungläubige“ im Mittelalter, Inquisition und Hexenprozesse bis in die Neuzeit über unglückliche Unschuldige gebracht haben (oder heutzutage nur über Priester, die sich an Minderjährigen vergreifen), dann zöge man sich den Vorwurf der Verleumdung zu – die Verallgemeinerung beklagenswerter Auswüchse ist Hetze mit dem Ziel der Diskriminierung. Um die Gefährlichkeit des Islam zu beschwören, agieren „Islamkritiker“ aber unter zunehmendem Applaus mit genau dieser Methode.< Dieses Zitat basiert nur auf Klischees gegen die katholische Kirche – die eines Historikers nicht eben würdig sind – und wirft diese mal so eben den Lesern als Hundeknochen vor. Was will er damit sagen? Genauso wird der Islam auf negative Dinge reduziert. Und das sei auch schlecht. Er hat Recht. Nur vergisst er zu sagen: was ist den eigentlich gut am Islam? Hat er das absichtlich nicht gesagt, weil ihm nichts eingefallen ist? Hatte er keine Lust dazu? Vielleicht kommt ja noch mal was Positives – alle Welt hungert danach, sowas Positives zu erfahren.

Genauso dieser Artikel von Prantl: http://www.sueddeutsche.de/politik/308/498601/text/ Er ist voller Unterstellungen. Er schließt: >Ewige Konkurrenz zwischen Gott und Allah? Was ist besser: Wenn aus einer christlichen Kirche, die überflüssig geworden ist, ein Supermarkt – oder wenn daraus eine Moschee gemacht wird? Gott ist der Gott, den auch der andere verehrt, aber jeder nennt ihn anders und jeder erkennt ihn anders, jeder preist ihn anders. Der eine baut ihm einen Glockenturm, der andere ein Minarett. Miteinander suchen, Gemeinsamkeiten finden. Das ist ein bisher gescheitertes Jahrtausendprojekt. Es ist der Weihnachts- und Dreikönigsweg.< Es wäre schön, wenn solche Artikel nicht im Irgendwas stecken blieben, sondern genau sagen würden, wo ein Miteinander möglich wäre. Im Gottesbild – wirklich im Gottesbild? Wohlweislich wird das als Jahrtausendprojekt bezeichnet. Das heißt, auch Prantl weiß nicht, wo man Gemeinsamkeiten suchen kann und soll. Aber vorher sowas daherreden…

Diese Artikel vermeiden positive Hinweise wohlweislich, weil ja gerade das das Problem ist: Wo ist das Gute des Islam? (Der einzelne Muslim mag viel Schönes finden, so zum Beispiel in der poetischen Darstellung des Koran – aber was sagt das über die Ethik oder das gemeinsame Gottesbild aus? Er mag wie alle Religionen Gemeinschaftsgefühl hervorbringen – aber was sagt das über die Art und Weise, dieses hervorzurufen aus?) Wo liegen die wirklichen (nicht die postulierten) Gemeinsamkeiten – nicht nur Gemeinsamkeiten, die allgemein religiös bedingt sind (alle haben einen Gott), sondern Gemeinsamkeiten, die auch zusammenführen können?

Nachtrag dazu: http://www.pi-news.net/2010/01/sz-islamkritiker-sind-die-antisemiten-von-heute/#more-109862

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de