Dialog 2

Da der Koran und seine wörtliche Interpretation von Muslimen auch über die Menschenrechte gestellt wird – wird es darum gehen, unter Muslime für die bedingungslose Akzeptanz der Menschenrechte zu werben. Und das geht nur mit Dialogbereitschaft. Aber wer mich kennt: Man darf sich nicht über den Tisch ziehen lassen. Menschenrechte dürfen nicht aufgeweicht werden oder mit schön klingenden Interpretationen unterlaufen werden. (Ganzkörperverhüllung als Zeichen der Freiheit der Frau…; die Frau muss vor sich selbst geschützt werden, darum habe der Mann das letzte Wort…; die Bestrafung der Frau durch den Mann ist nur Klitzeklein, nur als Drohung, Warnung – und ein Zeichen seiner Wertschätzung ihr gegenüber; das Verbot, die Religion zu wechseln oder keiner anzugehören, dient nur dem Schutz vor den Strafen Allahs; Glieder als Strafe abhacken und steinigen ist gut für die Gesellschaft, weil sie abschrecken; Bestrafung der freien Meinungsäußerung – auch über Mohammed – bewahrt ebenso vor Allahs Strafen). Nun wird freilich gesagt, dass der Koran bzw. die Hadithe nichts mit mancherorts eingerissenen Traditionen zu tun haben. Das heißt: Die Muslime müssen sich erst einmal selbst einigen, was als islamisch zu gelten hat, was nicht. Bei uns sagt einer Hü – ein anderer Hott. Und wem glaubt da der Nichtmuslim? Dem, der Hü sagt oder dem der Hott sagt? Je nach Machtlage kommt er in Teufelsküche, wenn er auf die falsche Seite gesetzt hat. Bevor der Dialog so richtig beginnen kann, müssen sie sich also selbst erst einmal im Klaren sein, was sie als Gruppe vertreten. Z.B. Menschen aus irgendeinem uns fremden Ehrgefühl zu töten sei nicht muslimisch, wird gesagt – nur stehen wir dann staunend vor der Frage: Gibt es irgend einen islamischen Staat, in dem das nicht praktiziert wird? Und wenn es so gut wie überall praktiziert wird, woher sollen wir denn wissen, ob das muslimisch ist oder nicht? Finden wir ähnliches doch bei Mohammed, der sich von Sängerinnen entehrt fühlte und dann zuschlug?

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