Schublädchen

Das Thema Islam/Muslime steht seit Jahren auf der Diskussionsebene vieler Menschen. Sie sprechen es an. Sie schimpfen, sie sind verwundert, sie ärgern sich, sie vergleichen ihre Situation mit denen, denen angeblich das Geld hinterher geworfen wird, sie fühlen sich von Ämtern kleingemacht, während sie meinen, dass man nur arrogant und wie ein Ausländer (alle Ausländer werden in einen Topf geworfen) auftreten müsse, dann würde man alles bekommen, sie fühlen sich bedrängt durch aggressive Postwurfsendungen und Beschimpfungen (auch Deutsche schimpfen – aber wenn man in einer anderen Sprache beschimpft wird, hört es sich vielfach aggressiver an)… Das ist das gefühlte Unbehagen. Ich vermute, dass viel davon nicht stimmt – aber das ist das Schlimme, dass durch die unehrliche Diskussion, dieses Verharmlosen, all das erst aufkommen kann – und ich befürchte, dass sich die Aggression dann irgendwann gegen den harmlosen Muslim, die harmlose Muslima richten wird. Insofern finde ich all das Verharmlosen so sehr gefährlich. Alles muss auf den Tisch! Was soll zum Beispiel das Gerede, dass die Schweizer Religionsfreiheit verbieten wollen. Das ist die ärgerliche Argumentationsstruktur, der man immer wieder begegnet: Unehrlichkeit bis zum geht nicht mehr, nur um diejenigen madig zu machen, die ihre Meinung gegen bestimmte Versuche, islamische Strukturen durchzusetzen oder hoffähig machen zu wollen, äußern. Sofort wird das Rassismus-Schublädchen aufgemacht, sofort wird das Du-glaubst-wohl-du-bist-was-Besseres-Schublädchen aufgemacht, sofort wird das Du-hast-ja-keine-Ahnung-Schublädchen aufgemacht; sofort wird das Verschwörungstheorien-Schublädchen aufgemacht (was auch immer das ist); sofort wird das Aber-in-islamischen-Ländern-sind-sie-alle-so-gastfreundlich-Schublädchen aufgemacht (als hätte man da was gegen gesagt), sofort wird das Christen-waren-genauso-Schublädchen aufgemacht (als ginge es um die Vergangenheit), oder Das-darf-man-aber-so-nicht-sagen-Schublädchen. So viel Schublädchen, nur um ehrliche Bestandsaufnahmen und Diskussionen zu verhindern. Warum?

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Eine Antwort auf „Schublädchen“

  1. WARUM? Weil die „Schublädchen-Aufzieher“ selber nicht wissen, was sie in ihrer Schublade haben. Sollten sie es aber doch wissen, dann wissen sie immer noch nicht, wie sie den Inhalt sinnvoll „verkaufen“ können -hohle Herzen und ebensolche Köpfe schaffen keine „Luft“ zum Leben für das, was wir „Seele“ zu nennen pflegen. Und ohne „Seele“
    bleibt es bei sinnlosem „Schublädchen auf…Schublädchen zu….
    Ob das dem derzeitigen Zustand der „Gesellschaften“ entspricht? Fast sieht es so aus.
    Ein schlechtes Gesellschaftsspiel meint das
    Echolot

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