Sklaven

Immer wieder wird auf einzelne Fälle von Ausbeutung von Menschen hingewiesen: Frauen und Männer aus Asien und Afrika, die als Hausangestellte in Haushalte arabischer Staaten kommen und rechtlos sind. Weil sie der sozialen Kontrolle ihrer Familie entzogen sind, werden sie unmenschlich behandelt. Sklaven kosteten früher wenigstens etwas und man musste ja seinen Besitz schonen – heute kosten die billigen Arbeitskräfte nichts und sie werden geschunden. Jetzt werden immer mehr hellhörig: Weil sich im Libanon sehr viele Hausangestellte töten, wird der Focus auf dieses Land gerichtet: http://www.pi-news.net/2009/12/libanon-selbstmordwelle-unter-gastarbeitern/#more-103184 Man darf sich freilich nicht täuschen: Auch in unserem Land werden immer wieder unhaltbare Zustände aufgedeckt: Frauen aus anderen Staaten, die hier Geld verdienen wollen, landen in den Händen von Zuhältern. All diese Misshandlungen müssen von engagierten Menschen, die sich für die Rechte anderer einsetzen, bekämpft werden. Aber die hoffentlich einzelnen schlimmen Vorkommnisse in unserem Land dürfen nicht verhindern, dass die Praktiken anderer Staaten angeprangert werden – vor allem dann, wenn sie strukturell und kulturell bedingt sind. Übrigens: Wenn man mit älteren Menschen spricht, die früher in unserem Land bei den einzelnen Familien im Haushalt helfen mussten, die können auch so manches Klagelied singen. Der Mensch kann grausam sein – vor allem dann, wenn diese Grausamkeit auch noch religiös, kulturell unterstützt wird.

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