Herodes

Herodes wird der Mord an den Kindern im Alter des Jesuskindes zugeschrieben, er habe sich von einem möglichen Konkurrenten entledigen wollen. Historisch denkende Theologen sehen dafür kaum einen realen Anhaltspunkt. Er hat vor so manchem Mord nicht zurückgeschreckt – auch an seinen eigenen Kindern nicht – und vor den Mord an Jugendlichen nicht, die von Rabbis gegen ihn aufgestachelt waren. Aber dass er den Kindermord zu Bethlehem befohlen habe, ist nicht nachweisbar. Nun: Dieser Vorwurf ist aber der einzige Grund, weshalb man heute noch über ihn spricht. Und so ging es auch anderen. Wer spräche noch über Pontius Pilatus, wenn unter seiner Herrschaft Jesus nicht hingerichtet worden wäre? Über Augustus würden schon mehr sprechen – aber auch er würde fast nur den Gebildeten ein Begriff sein. Und durch die Verbindung mit dem hingerichteten Jesus spricht man in aller Welt von diesen Herrschern und Herrscherchen. Das gibt es also auch, dass Opfer sich durchsetzen.

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