Kindererziehung

Atheisten werben in Großbritannien dafür, Kinder nicht-religiös zu erziehen: http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=2562 Ich bin auch dagegen, Kinder religiös zu erziehen. Ich bin aber auch dagegen, Kinder a-religiös zu erziehen. Und nun? Jeder erzieht doch seine Kinder im Sinne seiner eigenen Weltanschauung und Religion. Das geht gar nicht anders – es sei denn, wie schon andere atheistische Systeme erkannt haben, man entzieht die Kinder den Eltern und steckt sie in anti-religiöse Einrichtungen. Dass das mehr oder weniger funktioniert, sieht man an den Ländern der ehemaligen DDR: Erst die national-sozialistische Entchristlichung, dann die kommunistische Entchristlichung führten zu dem, was dort heute vielfach vorzufinden ist. Ebenso Frankreich: Der Aderlass durch die vielen Morde in Folge der Aufklärung, der Revolution hat auch das Seine zum jetzigen religiösen Zustand beigetragen. In Russland hat das freilich nicht ganz so gewirkt, weil ein großer Teil der russischen Bevölkerung weiß, wie sehr sie nur mit Hilfe ihrer christlichen Tradition überleben kann – obgleich ich gestehe: Ein wenig mehr vielfältigere christliche Einflüsse außerhalb der Orthodoxen Tradition wären nicht schlecht. Aber dieser geistige Reichtum der Orthodoxen, an den kommen Atheisten nicht heran.

Zurück zum Thema: Wer fordert, Kinder gegen seine religiöse Überzeugung a-religiös zu erziehen, verbiegt die Erzieher genauso wie diejenigen, die fordern würden, Atheisten sollten ihre Kinder religiös erziehen. Das funktioniert nicht.

Übrigens ist es meine Überzeugung, dass Atheisten ethisch noch auf den Schultern der christlichen Tradition stehen. Und von diesen Schultern aus kann man gut schreien: Weg mit ihnen. Doch wenn sie dann mal wirklich ganz weg sind, worauf stehen sie dann? Kann der Atheismus allgemein gesellschaftlich relevante Werte einführen? Dürfen wir China als Beispiel heranziehen? Konnte der kommunistische Atheismus ethische Werte schaffen – die auch gesellschaftlich funktionieren? Nun will man dort doch lieber zurück zum lieben Konfuzius…

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Eine Antwort auf „Kindererziehung“

  1. Ich hoerte ein Interview mit Richard Dawkins wegen dieser neuen Idee der Humanistischen Gesellschaft, die hier angesprochen wird. Er meinte, es sei falsch, Kinder religioes zu erziehen… Wenn er wirklich Atheist ist, dann haette er das m.E. nicht sagen duerfen. Konsequente Atheisten duerften kein „falsch“ und „richtig“ haben, denn diese Begriffe stuetzen sich auf religioese Werte. Es muesste ihnen im Grunde egal sein, was wer macht, denn es gibt kein „falsch“ und „richtig“ in ihrer Religion!

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