Rassismus

Bei Kybeline geht es um die Frage des Rassismus. Kybeline sagt, dass es auf ihrer Seite nichts Rassistisches geben wird. Ein Kommentator meint, dass Rassismus nicht auf die Rasse beschränkt sei, sondern auch die Diskriminierung anderer Völker meine: Menschen erniedrigen andere und erhöhen sich selbst und begründen das mit irgendwelchen mehr oder weniger sichtbaren Unterschieden – mit Hautfarbe, Sprache, Religion, Kultur – usw. Und weitergeführt: Rassismus kann auch auf fiktive Unterschiede basieren – und kann sich im Alltag auswirken – und die Rassisten merken nicht mal immer, dass sie Rassisten seien. Das belegt er mit Zitaten. http://www.kybeline.com/2009/10/06/soll-man-sie-alle-umbringen/#more-7693

Sicher: Er hat Recht. Nur: Was tut das zur Sache? Kybeline verwendet die alte Definition von Rassismus und merkt, dass Menschen allen Islamkritikern pauschal Rassismus vorwerfen – dabei habe, so Kybeline, der Islamkritiker nichts gegen irgendwelche Rassen. Es geht um die Ideologie, die Islamkritiker kritisieren, nicht die Herkunft des jeweiligen Menschen. Und der Kommentator versucht das mit der oben genannten Darlegung zu widerlegen: Auch wenn Islamkritiker meinten, sie seien keine Rassisten, dann sind sie es dennoch, weil sie (ich sage es mit meinen Worten) die Religion kritisieren – sie merken jedoch nicht, dass sie Rassisten seien.

Damit kann man jede nur erdenkliche Kritik an allem abwürgen. Haben andere Kulturen irgend eine Sitte, die meine nicht hat, ich sie auch nicht gut finde und nicht gerne in meinem Umfeld hätte, bin ich Rassist – ich merke es allerdings nicht, dass ich einer bin. Pfeift da einer aus einem anderen Land Frauen hinterher, nein, pfeifen dann auch noch prozentual viele Männer den Frauen hinterher, weil das dort so Sitte ist – sag ich ihm: Junge, das gefällt mir nicht…, dass ihr aus diesem Land den Frauen hinterherpfeift – dann bin ich Rassist. Und dieses banale Beispiel zeigt, dass alle Rassisten sein können, wenn sie Verhaltensweisen einer anderen Kultur ablehnen. – Oder nicht? (Übrigens Nähe zum Rassismus würde ich der Sprachregelung bescheinigen, die kriminelle Taten fiktiven „Südländern“ zuschreibt. Dadurch werden alle dunkelhäutigere „Südländer und Südländerinnen“ von weißhäutigeren Nordländern kriminalisiert, wenn nur ein konkreter Übeltäter aus der Türkei oder den jeweiligen arabischen Staaten gemeint ist.)

Was Kybeline übrigens auch feststellt ist, dass der Vorwurf gegen andere, Rassisten zu sein, für manche schon Angriffe auf diesen so stigmatisierten Menschen legitimiert: Wird einer als Rassist beschimpft – ob er es nun ist oder nicht – dann darf man ihn bekämpfen. Das würde ich nach der oben genannten Interpretation von Rassismus als „Gesinnungs-Rassismus“ bezeichnen. Wird einem anderen die falsche Gesinnung zugeschrieben, darf er diskriminiert werden.

Übrigens muss ich als Christ sagen, dass Anti-Christentum große Nähe zum Rassismus hat. Das war bei den Vor-Nationalsozialisten schon so wie auch bei Nationalsozialisten: Christen wurden als Anhänger eines vorderasiatischen, semitischen Kultes angesehen, die in diesem hehren Land nichts zu melden hätten. Und dieses rassistische Argumentationsmuster begegnet immer noch im Internet – ich habe es schon in zahlreichen Leserzuschriften auf verschiedenen Seiten gefunden. Würde ich es mir nicht zu leicht machen, wenn ich nun sage: Alle Kritiker der Christen sind Rassisten, weil sie diese rassistischen Muster mit der Muttermilch aufgesogen haben – nur merken sie es nicht? Ist doch Quatsch – soviel Sachverstand traue ich zumindest meinen mir freundschaftlich verbundenen Agnostikern wie Atheisten zu, dass sie Sachthemen als solche erkennen und kritisieren können. Wieso dürfen Muslime bzw. deren durch den Koran und Hadithe und andere Traditionen legitimierte Verhaltensweisen nicht kritisiert werden – wieso ist das per se rassistisch? Weil allen Islamkritikern intellektuell nicht zugetraut wird, Sachthemen zu erkennen?

Ich würde vorschlagen, das Wort „Rassismus“ ganz zu streichen, weil in ihm zu viel hineingepackt wird – oder die alte schwammige Definition zu lassen. — Ja, ja, ich weiß: Was der Esel meint, interessiert den Löwen nicht.

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7 Antworten auf „Rassismus“

  1. Sie weichen mir wieder aus.
    Das kenne ich aber schon.
    —-
    Sie können jetzt Andersdenkenden nicht vorwerfen, dass sie die Umdeutungen der letzten Jahrzehnte nicht oder noch nicht nachvollzogen haben.
    —-
    Sie sagen hier es hätten „UMDEUTUNGEN“ statt gefunden für ein Wort welches mit einer klaren Definition in den Enzyklopädien dieser Welt steht.
    Diese „UMDEUTUNGEN“ werden anscheinend von Ihnen und der betroffenen Gruppe nicht akzeptiert/ignoriert bzw. ist ihnen die Bedeutung nicht klar. Dennoch wollen Sie eine Diskussion führen bei der dieses Wort im Zentrum steht.
    Ist es da zu viel verlangt wie sie auf solche Behauptungen kommen?
    Immerhin wären die Konsequenzen für den Verlauf dramatisch entscheidend.

  2. Warum sollte ich das für eine Verschwörung halten – wenn ich von Verschwörungstheorien nichts halte? Irgendwie halte ich aber diese Diskussion mit jemandem, der darauf fixiert ist, bei anderen Verschwörungen zu finden oder sie ihnen zu unterstellen, für nicht besonders sinnvoll. Vor allem auch darum, weil es ursprünglich um die Frage des Rassismus ging. Stellen Sie also die Frage ruhig noch mal und noch mal und noch mal. Aber lesen Sie bitte auch meine gegebenen Antworten so häufig durch – vielleicht klickts dann irgendwann. Ich wage die Diskussion nicht abzubrechen, weil ich befürchte, dass mir das dann negativ ausgelegt werden wird – denn was Unterstellungen betrifft, die man anderen unterjubeln kann, haben wir ja schon ein paar Lektionen gelernt. Also: Ade und Gott segne Sie – bleiben Sie weiterhin wachsam, was Verschwörungstheorien, Verschwörungen und Rassismus betrifft.
    Gruß WF

  3. Nun habe ich mich so kurz gefasst und Sie sind dennoch allem aus dem Weg gegangen was ich Sie gefragt habe.
    Es war eine simple kurze Frage.
    Warum ist es für Sie so schwer sie zu beantworten?

    – Es ist also Ignoranz, oder eine Bildungslücke?
    Sagen Sie mir, ist die “Undeutung” (die ja anscheinend weltweit etabliert und auf wissenschaftlichen Untersuchungen basiert da sie in der Encyclopedia Britannica steht) auch eine Verschwörung? –

  4. Es tut mir Leid, Ihnen sagen zu müssen, dass ich keinen Verschwörungstheorien anhänge. Hoffentlich zerbricht nun nicht ein Weltbild, laut dem alle Islamkritiker Verschwörungstheorien anhängen. Aber vielleicht hänge ich ja einem an und weiß es nur noch nicht? – Das ist kein guter Diskussionsstil, weil dadurch derjenige, der behauptet, das Unbewusste des anderen zu kennen, diesen leicht an die Wand spielen kann.
    Frage: Christen wollen das Evangeliuum auf der ganzen Welt ausbreiten. Ist das eine Verschwörungstheorie der Christophoben oder ist dem so? Muslime wollen ihre Frömmigkeit auf der ganzen Welt ausbreiten. Ist das eine Verschwörungstheorie der Islamophoben oder ist dem so? Atheisten verbreiten zunehmend missionarisch ihre Ansichten… Wenn jemand dieses Bestreben der Religionen usw. benennt, nennen Sie das auch Verschwörungstheorie? Dann bin ich auch ein Verschwörungstheoretiker.
    Gruß W.F.

  5. Mir war nicht bewusst, daß sich die Abgründe noch nicht herumgesprochen haben.
    Hier http://politblogger.net/ finden Sie Beispiele die meine Aussagen untermauern wobei man bedenken muss, daß Sie nicht vollständig sind.
    Die Tags helfen dem schnellen Überblick.

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    Sie können jetzt Andersdenkenden nicht vorwerfen, dass sie die Umdeutungen der letzten Jahrzehnte nicht oder noch nicht nachvollzogen haben.
    ——
    Es ist also Ignoranz, oder eine Bildungslücke?
    Sagen Sie mir, ist die „Undeutung“ (die ja anscheinend weltweit etabliert und auf wissenschaftlichen Untersuchungen basiert da sie in der Encyclopedia Britannica steht) auch eine Verschwörung?

  6. Hallo Coen, vielen Dank für die Ausführungen – auch wenn ich andeutungsweise nicht gut dabei wegkomme. Ich denke, Sie müssten auch das mehr beachten, was ich unter Kritik von Sachthemen angesprochen habe. Und da geht es um diese und nicht um Rassismus – alles andere ist zunächst einmal Unterstellung Ihrerseits. Und das mit der Wissenschaft: Ein paar Zitate zusammenstellen ist, wie Sie sicher wissen, keine Wissenschaft – aber wissenschaftliche Argumentation im strengen Sinn würde auch die jeweiligen Blogs sprengen. Und gerade dann, wenn Sie wissenschaftlich denken wollen und Verschwörungstheoretiker zu Recht ablehnen, kennen Sie auch Totschlagargumente: unter anderem Unterstellungen, die suggerieren sollen, dass der andere etwas anderes sagt als er denkt, dass er nicht weiß, was für ein Rüpel er unterbewusst ist usw. Was unter den von Ihnen angegriffenen Islamkritikern Muslime als Taqqiah unterstellt wird, unterstellen Sie den von Ihnen angegriffenen Islamkritikern. Übrigens: Rassismus hat seinen Ursprung in der Unterteilung der Menschheit in Rassen, die andere ab- und sich aufwertend äußerte. Sie können jetzt Andersdenkenden nicht vorwerfen, dass sie die Umdeutungen der letzten Jahrzehnte nicht oder noch nicht nachvollzogen haben.
    Gruß Wolfgang Fenske (übrigens: Nicht anonym!)

  7. Pfeift da einer aus einem anderen Land Frauen hinterher, nein, pfeifen dann auch noch prozentual viele Männer den Frauen hinterher, weil das dort so Sitte ist – sag ich ihm: Junge, das gefällt mir nicht…, dass ihr aus diesem Land den Frauen hinterherpfeift – dann bin ich Rassist.
    ———-

    Dieses Beispiel zeigt genau den Punkt der Ausblendung.
    Ich nutze das Beispiel mal um Ihnen zu veranschaulichen was mein Problem ist und was es zur Sache tut.
    Dieses Beispiel könnte so auch als Dogma bei PI-News stehen. Ich weiß Sie werden sich davon distanzieren sobald sie das lesen aber für den Moment ist das sehr aussagekräftig.

    Es ist ein großer Unterschied zwischen Ihnen wenn sie jemandem sagen er soll der Frau die sie da sehen nicht nachpfeiffen weil sich das nicht gehört. Eine Szene zu bilden die die Nachrichten über Pfeiffer aus aller Welt zusammenkratzt, daraus eine weltumspannende Verschwörungstheorie schnitzt und das auch noch als kritisch und aufgeklärt deklariert ist etwas vollkommen anderes.

    Die Weltverschwörungstheorie besagt dann, daß eine bestimmte Gruppe von Leuten die man an dogmatisch festgehaltenen Kriterien definiert hat (sie müssen ja auch von der eigenen Gefolgschaft erkannt werden) potenziell Pfeiffer hervorbringt (bzw. daß sie es alle SIND). Die Pfeiffer in eigenen Reihen fallen dabei natürlich komplett unter den Tisch. Man beschäftigt sich ja nicht mit den eigenen Pfeiffern sondern nur mit den Pfeiffern die den festgelegten Kriterien entsprechen.

    Hier haben Sie ihren Rassismus.
    Kybeline gehört wie Sie als Verteiler dieses rassistisch geprägten Gedankenguts und das mindeste was man von ihnen erwarten würde wäre dieses Zugeständnis.
    Aber sie haben ja auch aus der Web2.0 Welt gelernt. Sie sind ja ein Aspekt dieser.
    Die Szene will alles tun um negativ behafteten Schlagworten (Suchbegriffen) in ihrer eigenen Beschreibung aus dem Weg zu gehen. Man muss das PRO in den Vordergrund stellen aber dennoch klar machen, daß man DAGEGEN ist. Da kann es schon vorkommen, daß man kein RASSIST dafür ein FREIHEITSKÄMPFER ist.
    Um den Deckmantel zu schützen wird auch mal, wie bei Kybeline die Soziologie im ganzen diffamiert (wir kennen es aus der jüngeren Geschichte mit Scientology und der Psychologie) oder der Umfang des Rassismus auf den Begriff der Rasse dezimiert (Sie tun das hier nochmals. Trotz der Zitate die ich eingebracht habe und der Möglichkeit weitere wissenschaftliche Quellen hinzu zu ziehen).
    Diese Vorgehensweise ist uns aus der Geschichte wohl bekannt und dennoch überrascht es immer wieder in ihren neuartigen Ausprägungen.

    Wie wir in den vergangenen Monaten gesehen haben ist der Auftritt dieser Szene in der Welt außerhalb des Internets sehr gering so daß man davon ausgehen kann, daß die Jünger der Szene ganz genau wissen was sie sind und was sie nicht sagen dürfen um nicht die Szene versehentlich ins richtige Licht zu rücken. Sie wissen auch, daß die Öffentlichkeit sofort das PRO als KONTRA lesen würde und ihnen vorhalten würde.
    Hier im Internet ist das soweit kein Problem. Anonymität und Server im Ausland machen es möglich.
    Über die Tatsachen wird es nicht hinwegtäuschen.

    Dies führt zu dem was man in den Kommentarbereichen dieser Szene dann erkennen kann. Die Leser ziehen daraus ihre Schlüsse. Sie sind plötzlich von Pfeiffern umgeben.
    Schnell fällt man da in vulgäre Abgründe die bis zur Androhung körperlicher Gewalt oder Mord gehen (pi-news).

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