Gebetsraum für Muslime

Schule darf einen Gebetsraum für einen Muslim bereitstellen, um Ärger zu vermeiden: http://www.welt.de/politik/deutschland/article4672675/Schule-muss-Gebetsraum-fuer-Muslime-organisieren.html Nun denn: für den Juden einen, für den Christen einen, für den Hindu einen, für den Buddhisten einen, für den Sikh einen, für den Atheisten einen Philosophie-Raum – und wo sollen wir dann noch Unterricht halten? Unterricht ist unwichtig: Hauptsache der Muslim bekommt einen Gebetsraum. Tja, da mag man den Kopf schütteln über soviel geballten richterlichen Weiß-nicht-was – aber gemach, gemach. All das hat das weise Gericht mit berücksichtigt. Schulanbauten werden noch nicht nötig sein, wenn man x Gebetsräume einrichten muss, dann wohl noch mit Richtung Mekka, mit Waschgelegenheiten… Dann einen für den Schiiten, für den Sunniten, für den Ahmadiyya, für den türkischen Muslim, für den afghanische Muslim, für den irakischen Muslim, für… weil die sich ja alle nicht unbedingt grün sind. Und natürlich, zumindest bei den Muslimen: einen für den Muslim und einen für die Muslima, sonst sind die Gebete ja ungültig. Nun kein sarkastisches Gelächter, bitte. Es handelt sich um eine Einzelfallentscheidung!? Mal sehen, was die Diskussion über diesen weisen, ausgewogenen Entschluss bringt.

Übrigens lest mal die Entscheidung genau durch: Die Posse geht noch viel weiter! Was mich am meisten ärgert ist, dass jetzt auch die liberaleren Muslim-Kinder weiter unter die Tradition gezwungen werden können: Was, du gehst nicht in den Gebetsraum? – Wie mit dem Kopftuch wird der soziale Druck auf die Muslime selbst verschärft.

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