Gott ist tot

Ich habe bei Google eingegeben „Gott ist tot“ – und dazugehörige Bilder gesucht. Da staunt man, was Menschen sich für eine Mühe geben, Gott für tot zu erklären – und dann springt er doch quicklebendig wieder in und mit den Menschen herum. Was für vergebliche Mühe. Wer nicht alles zitiert wird – Nietzsche, der ja (zumindest in seinem Text) eigentlich traurig darüber ist, dass Menschen Gott getötet haben – wird hier zum Siegesheros erklärt, der stolz und trotzig ruft: Gott ist tot. (Ich denke, dass Nietzsche hier in der Tradition Jean Pauls steht.) Armer toter Nietzsche, was macht man nicht alles mit dir. Selbst kommunistische Größen werden zitiert – und was geschieht: Nachdem die Granden des Kommunismus unter Christen gewütet haben, Blutopfer über Blutopfer gefordert haben – blüht die orthodoxe Kirche und andere Gemeinden versuchen zaghaft ihr Haupt aus dem orthodoxen Meer heraus zu erheben. Oder nehmen wir China: Neulich im Blog genannt, dass 1000 Christen heimgehen mussten, weil ihre Kirche zerstört worden war. 1000! Aber lasst sie zitieren. Die linken oder rechten oder sonstwie Herrenmenschen mögen Gott für tot erklären… – und was kommt dabei heraus?

Warum ist man eigentlich nicht darüber traurig, dass man Gott nicht sehen kann – und als Konsequenz daraus zieht, alles dafür zu tun, dieses Abenteuer „Gottsuche“ tapfer zu bestehen? Nein. Da setzt man sich dann doch lieber hin und sagt: Gott ist tot. Mensch, mach dich auf! Gott wartet auf dich! – möchte man diesem zurufen, resignier nicht, sei nicht so selbstsicher, geh los und such ihn. Er lässt sich finden.

Was höre ich da wieder meine lieben Genossen rufen? Blablabla. – Tja, für manche ist das „Blablabla“ ein Argument gegen Gott, weil es nichts sagt, aber Stimmung macht.

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