Genozid an Armenier

Man muss sich die Argumentation mal auf der Zunge zergehen lassen, die Kolat anbringt. Er versucht es auf der Schiene:

– Wir Türken wollen nicht, dass der Genozid an den Armeniern durch die Türken erwähnt wird.

– Ihr wollt ihn erwähnen – dabei ist noch gar nichts sicher, alles muss erforscht werden.

– Es muss abgewogen erforscht werden, das heißt: Das Ergebnis der Forschung soll uns Türken gefallen.

– Erst dann dürft ihr es auf den Lehrplan setzen.

– Wenn ihr es schon vorher auf den Lehrplan setzt, seid ihr Schuld an der schulischen Misere der Türkenkinder.

– Nicht nur das: Ihr seid Schuld an der psychischen Labilität der Türkenkinder.

– Damit stört ihr den inneren Frieden, weil sie dann psychisch und physisch leichter ausrasten.

Nun: Deutsche Kinder erfahren schon sehr früh vom Holocaust. Steht hinter Kolats Sichtweise: Türkenkinder hören von Türken nur: wir sind die besten, schönsten, größten, menschlichsten, angenehmsten, schlausten, erfreulichsten Freudenbringer in der Welt – und wenn sie nun hören, dass sich ihre Vorfahren extrem daneben benommen haben, Menschen verachtet und abgeschlachtet haben, dann bekommen sie diese Diskrepanz nicht auf de Reihe? Schön ist, dass Kolat so erfrischend offen ist. Dazu s.: http://www.migazin.de/2009/08/10/streit-um-genozid-vorwurf-in-den-schulplanen/ – übrigens auch die Leserhinweise sind recht lesenswert. 

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