Nachtrag: Islam

Mit Kriegen und Eroberungen beginnt im Grunde der Islam. Mohammed überfällt Karawanen auf dem Weg von und nach Mekka, um sich und seinen Gefährten finanzielle Unabhängigkeit und Macht zu verschaffen. Offene Kämpfe mit den Mekkanern beginnen 624 – und 630 marschiert er in Mekka ein. Weitere Kämpfe sind zu verzeichnen. Als er 632 gestorben ist, nutzten das arabische Stämme, um von Mohammeds Leuten abzufallen. Was tut man da? Der arme Nachfolger von Mohammed, Abu Bakr, musste dann Kriege gegen die bösen Abtrünnigen führen. Aber weil Kriegführen so schön ist – es gibt ja Beute, mit denen man sich und die Seinen unterhalten kann –  ging er weiter: Truppen kamen nach Palästina, Transjordanien. Unter seinem Nachfolger Umar fielen Damaskus, Syrien, die sassanidische Hauptstadt am Tigris und Jerusalem. Und es ging unter dem nächsten Nachfolger, Uthman – dem Koranhersteller -, weiter. Freilich waren mit seiner Art Beute zu verteilen nicht alle besonders zufrieden. Er wurde 656 ermordet und es begann ein Bürgerkrieg, in dem drei Parteien gegeneinander rangen: Ali, ein Schwiegersohn des Propheten contra Aischa, der Lieblingsfrau des Propheten, mit ihren Mannen und der syrische Nachfolger des Uthman, Muawiya. In diesem Krieg trennten sich Sunniten und Schiiten – und der Sieger blieb: Muawiya. Und mit ihm begann die Herrschaft der Umayyaden mit Sitz in Damaskus (661-750). Auch bei ihm: Kämpfen ist so schön: Und ab gehts über Nordafrika 711 nach Spanien. Im Osten zogen sie bis zum Indus und besiegten 751 die Chinesen. Und immer: Beute, Beute, Beute, dazu gehören Sklaven, Sklaven, Sklaven. Nach dem Tod Muawiyas gingen die Auseinandersetzungen und Kriege unter seinen Söhnen weiter, dann gab es Muslime, die diesen Umayyaden-Muslimen das wahre Muslim-Sein absprachen, es wurde geputscht und gekämpft, bis die Umayyaden 750 vernichtet wurden: Kind und Kindeskinder und alle, die mit diesem zusammenhingen wurden ermordet – so begann die Regierungszeit der Abbasiden, mit Zentrum in Bagdad. (Einer der Umayyaden überlebte und setzte sich in Spanien als Herrscher durch.) Unter al-Mansur erhielt das Reich eine organisatorische Struktur, Grenzen wurden gesichert usw. und die Herrscher erhoben den Anspruch, besonderer Allah-Frömmigkeit. Unter Harun ar-Raschid (786-809) wurde der orientalische Traum Europas vom Märchen-Islam geboren: Ritterlichkeit, Diplomatie, Bauten, die seine Macht darstellten, standen auf dem Programm wie auch die Förderung von Kunst und Wissenschaft. Doch auch dieser große Herrscher musste – traurig aber wahr -notgedrungen bestimmte Gruppen vernichten (Barmakiden). Nach seinem Tod begann der Untergang, Ermordungen der Herrscher usw. usw. – und 945 hatten die Buyiden in Bagdad für ca. 100 Jahre die Macht. Und alles bröckelte so vor sich hin. Was die im Osten mit der Neugründung Bagdads konnten, konnten die Fatimiden im Westen ebenso: Sie gründeten Kairo und regierten viele Jahrzehnte über Nordafrika bis nach Damaskus. Dann kamen die streng-frommen Almorawiden mit Sitz in Marrakesch und bekämpften wirkungsvoll die Ungläubigen, die Christen und nahmen nebenbei noch arabische Stämme ein. Dann kamen im 13. Jahrhundert die Mongolen und überrannten die islamischen Staaten im Osten – und wurden zum Teil selbst Muslime – mit einem der Hauptsitze im Iran. Das war die Stunde des Iran – und seine Kultur verbreitete sich bis weit in den Osten – und die Kultur des Ostens kam weit in den Westen. Unter anderem kamen auch die Türken. Und damit im Laufe der Zeit auch das Osmanische Reich, das ich schon beschrieben habe. (Dass Mohammed Kriege geführt hat – will man aus manchem europäisierten Islam heraus anders verstehen. Dazu werde ich auch noch kommen.)

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