Islam-Sklaverei 1

Der Islam und seine Ausbreitung ist massiv mit der Sklaverei verbunden. Ich kann das Buch von Egon Flaig (Weltgeschichte der Sklaverei) nur empfehlen. Mit Sklaverei kommt auch Reichtum. Die antiken Völker konnten nur dann so reich und innovativ werden, wenn ein Volk viele andere plünderte und Menschen versklavte. Man glaube ja nicht, dass die reichen – von Zeitgenossen als paradiesisch angesehenen – Städte möglich gewesen wären ohne die Beutezüge, ohne die Sklaven, ohne die Unterwerfungsabgaben. (Das moderne Europa ist überwiegend reich geworden, weil es die Sklaven durch Technik ersetzen konnte.) Durch Reichtum, angehäuft durch Sklaven, konnte in Bildung investiert werden, es konnten kunstvolle Bauten entstehen, Bäder, Gärten, Waffen konnten entwickelt werden, die Infrastruktur, die Fortbewegungsmittel. Ohne die Sklaven wäre der Islam – wie auch Rom – wohl kaum etwas geworden. Doch der Islam stellte mit seiner Sklaverei wohl alles bisher Dagewesene in den Schatten. Allein in Spanien sollen zwischen 711-720 ca. 150.000 Menschen versklavt worden sein. Im 11. Jahrhundert haben afghanische Reiterheere hunderttausende von Indern in die Sklaverei entführt – der Name Hindukusch soll, so Flaig „Hindu-Tod“ bdeuten. Im 14. Jahrhundert hatte das Sultanat Delhi 120.000-180.000 versklavte Ostfrikaner als Militärsklaven. Es wurden regelmäßige Jagden durchgeführt, Versklavungskriege – es gab ganze Heere, die nur dazu da waren, Sklaven zu erjagen (ist Dafur noch die Folge davon? Der Krieg des arabischen Nordens gegen den Südsudan?). Die Zahlen, die Flaig anführt, sind horrend. Die große Frage war: Durften auch Muslime versklavt werden? Die Lösung: Nein, nicht unbedingt.  Aber wenn ein Volk erobert worden war und es sich erst dann dem Islam unterworfen hat, dann durfte es versklavt werden. Wenn es vorher Muslim geworden war, dann eher nicht. Doch warum brauchten die Herrscher so viele Sklaven? Die Sklaven waren nicht mehr eingebunden in alte soziale Strukturen und waren den neuen Herren hörig und waren als Bewacher sicherer als Leute des eigenen Stamms: Sklaven wurden gebraucht, um andere Thronanwärter fern zu halten. Entsprechend auch Sklavinnen in den Harems. Ihre Kinder konnten nicht den Thron bekommen, waren somit keine Konkurrenz. Besonders schlimm war auch die Eunuchie. Bei der Kastration starben 60-90% der Verstümmelten (Flaig 93). Die Kalifen in Bagdad hielten sich zum Beispiel im 9. und 10. Jahrhundert 1000de von Eunuchen, vor allem Schwarzafrikaner und Slawen. Warum Eunuchen? Es gibt Bücher, in denen dargelegt wird, dass Eunuchen wertvollere Menschen seien: tatkräftiger… Und Eunuchen konnten keine Dynastie bilden. Wenn also gesagt wird, dass das muslimische Zeitalter eigentlich das goldene Zeitalter im Mittelalter genannt werden sollte (Professor Salim Al Hassani), dann zeigt das entweder Unwissenheit – oder eine Kaltschnäuzigkeit ohnegleichen. Freilich hat die Sklaverei direkt nichts mit dem Islam zu tun – auch wenn Mohammed nicht gegen sie eingeschritten ist, sondern sie als normal gegeben angesehen hat (s. seine Aussagen zu den Sklavinnen). Es gab im Islam aber keine Sicherungen gegen dieses Verhalten. Und die ganze Expansionspolitik, das Erobern von Ländern und Völkern für Allah, zur Ausweitung des Machtbereichs Allahs, hat die Sklaverei gefördert, weil das alles eben nur mit Hilfe der Sklaven möglich war. Bis heute gibt es in vielen islamischen Ländern Sklaven.

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