Islam Kultur 2

„Viele der bedeutenden Entdeckungen oder Erfindungen, auf die wir im Abendland stolz sind, sind schon Jahrhunderte zuvor im islamischen Kulturkreis gemacht worden.“ (http://lernarchiv.bildung.hessen.de/sek_i/mathematik/vertiefung/edu_7862.html) Genannt werden Begriffe, denen „Al“ davorsteht: Alkohol, Algebra, Alchemie, Algorithmus. Eben darum geht es: „im islamischen Kulturkreis“. Nicht durch den Islam. Professor Salim Al Hassani setzt sich massiv dafür ein, dass muslimische Wissenschaftler im Westen mehr gewürdigt werden sollten, weil unter ihrer Ägide zwischen 600-1600 n.Chr. viele Erfindungen gemacht worden seien. Das wird auf http://www.antikriegsforum-heidelberg.de/antiislam/tausendundeine_erfindung_jw.html wiedergegeben. Doch das erste Beispiel ist schon mal eines, das so nicht stehen bleiben kann: Krankenhäuser sind keine Gründungen muslimischer Ärzte, sondern gab es schon lange vorher in Ephesus – finanziert von reichen Christen. Oder so mancher Vorzeigemediziner war einer, der aus eroberten Gebieten stammte, somit von Haus aus kein Muslim war. Alkohol – berauschende Getränke – gab es schon lange. Die Destillation wurde um 1000 – somit Branntweine – in der heutigen Türkei (von einem Osmanen?) erfunden. Was die Zahl Null betrifft, muss man wohl doch etwas differenzierter denken, wie uns ein Blick in http://de.wikipedia.org/wiki/Null lehrt. Ich weiß nicht, hat eigentlich schon vorher jemand überlegt, was in welchem Land unter welcher Religion erfunden worden ist? Sicher, man zählt als Jugendlicher die Nobelpreise seines eigenen Landes, oder die Politik ist stolz, wenn ein Mensch aus ihrem Land einen solchen Preis bekommen hat, weil sie damit ihre Politik bestätigt sieht… Sicher überlegt man auch, wo ist wohl das Rad erfunden worden, wer hat begonnen, mit einem Gegenstand zu schnitzen – das sind alles fragen, die allgemein menschlich von Interesse sind. Dann kann man natürlich sagen: In unserem Land wurde das Auto erfunden – in unserem Land der Computer usw. Doch all diesen Erfindungen gingen doch auch immer Vorerfindungen voraus. Kein Erfinder erfindet aus dem Stand das Ganze. Und dieses Betonen muslimischer Erfindungen gegenüber allen anderen, das soll wahrscheinlich nur die eigene Gruppe stärken, das Selbstbewusstsein der Muslime heben. Und der Vorwurf, dass alles im Grunde von Europäern nur geklaut worden sei, soll auch ein wenig Aversionen gegen die Diebe, denen man die Hand abhacken müsste – fördern? Freilich, wenn einer vor Lilienthal schon Flugübungen gemacht hat – und zwar erfolgreiche, dann soll man das auch erwähnen. Aber muss man sagen, er war ein Muslim? Normalerweise sagen wir ja auch nicht: Otto Lilienthal war ein Christ oder was auch immer. Es gibt Dinge, da interessiert es nicht, welcher Religion ein Mensch war, weil er der Menschheit etwas Neues gebracht hat. Und die Gefahr ist, dass wenn nun einer hergeht und sagt: Wir haben das und das erfunden, dass dann andere herkommen und diese Behauptungen untersuchen – tja, und dann sieht es für die Behaupter häufig recht dunkel aus. Vor allem, wie auch in dem oben genannten Artikel deutlich wird: Wenn alles Gute vom Islam kommt – warum seit einigen Jahrhunderten nichts Wesentliches mehr? Und dann überlege man einmal: Wann hörten die Eroberungen auf? Wann hörten die Sklavenflüsse auf? Hängt das vielleicht damit zusammen: Keine Sklaven – keine Erfindungen oder ähnliches? Fragen über Fragen. Wer sich in den Vordergrund stellen möchte, muss sich auch solche Fragen gefallen lassen. Ich denke, jedes Volk sollte überlegen: Wieweit sind wir lernfähig, wieweit lassen wir unser Hirn beleben oder benebeln? Wieweit schotten wir uns von anderen ab – oder greifen Dinge auf und gehen damit munterm weiterführend, um? (Freilich unter Berücksichtigung des Urheberrechts…)

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