Islam-Kultur 1

Ich habe bei Kewil die folgenden Zitate von Hilal Sezgin gefunden (aus wikipedia):

  • “Wenn man von Obelixens Wildschweinfang absieht, hat Europa die wenigsten Dinge aus eigener Kraft geschafft. Städtebildung, Ackerbau und Zahl und Schrift, Gesetzgebung und jede Religion, die in Europa heute noch Bedeutung hat, entstanden im Vorderen Orient.[…]”
  • “Damals wurde auch noch jeder freudig begrüßt, der über den Bosporus herübersetzte, weil er vermutlich Interessantes, Innovatives mitbrachte, etwas, was es in den hiesigen Wildschweinwäldern nicht gab.[…]”
  • “Wie kann man überhaupt “Europa” sagen, ohne an die Seidenstraße, Mesopotamien und die Gelehrten von Bagdad und Cordoba zu denken? Ohne sie wäre Europa ein Nichts, ein Dreck, ein bloßer Wurmfortsatz der eurasischen Platte! Der “Kulturraum Europa” ist Kind des Mutterlandes östlich des Bosporus und westlich des Amur[..]”

Interessant daran finde ich, dass intendiert wird, dass „Vorderer Orient“ = Islam ist. Interessant ist, dass Griechenland ausgeklammert wird – und was war ein Teil der Türkei bevor die Türken kamen? Nicht türkisch. Dass das Judentum und somit das Christentum seine Wurzeln im Vorderen Orient hat – kann wohl kaum ein vernünftiger Mensch leugnen. Man kann doch nicht so in Schubladen denken. Man muss die Ägypter, die Perser genauso denken wie Alexander der Große, wie Griechen, Römer… Staaten im heutigen Sinn gab es nicht, nur Völker, Stämme – und die haben einander massiv beeinflusst. Und die Europäer waren nicht so dämlich, viele guten Dinge auch aus Traditionen zu entnehmen, die nicht Gotisch, Fränkisch usw. waren. Doch darum geht es in dieser Diskussion um Kultur gar nicht. Es geht darum, Behauptungen, alles, was Europa ausmacht, sei von den Muslimen übernommen worden, zu überprüfen. Und da sehen wohl auch kluge Muslime, dass sie in einer Tradition stehen, die schon vor Mohammed begonnen hat und außerhalb von Mohammed existierte. Sie waren ja auch nicht so dumm, Innovationen anderer Völker nicht zu übernehmen. Im Gegenteil. Dadurch, dass sie alle Völker militärisch durcheinandergewirbelt haben, haben sie es ermöglicht, Innovationen anderer kennenzulernen. Nicht umsonst haben sie von überall her Sklaven an sich gerissen. Sklaven bringen Traditionen ihrer Stämme usw. mit, die wiederum Wissen ermöglichen. Darin sehe ich den großen Beitrag des Islam zur Kultur und zur Wissenschaft der Menschen: Sie haben dadurch, dass sie Kriege über die Völker brachten, durch den massiven Sklavenhandel die Völker miteinander bekannt gemacht… (Fortsetzung folgt).

Interessante Darlegungen: http://www.pi-news.net/2009/06/christen-uebernahmen-die-griechische-philosophie/ 

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