20. Juli

Stauffenbergs Attentat auf Hitler. Dazu: http://schmid.welt.de/stauffenberg-kam-nie-an/20090719 : „der Widerstand gegen das NS-Regime sei den Deutschen weiterhin fremd.“ „Der Widerstand gehört nicht zum nationalen Erbe.“ Wie wahr. Nachträglich fühlen sie sich groß, zerstören heldenhaft eine Hitler-Wachspuppe, kämpfen in Massen Scheingefechte gegen ein paar Verirrte, die sich noch an den großen klebrigen Führer klammern, der nichts ist als – eben eine Wachspuppe. (Wobei Wachsamkeit freilich auch hier wichtig ist – somit besser so als gar nicht.) Doch Widerstand gegen die wahren Gefahren scheint ihnen nicht zu liegen. Da ist man dann doch lieber feige. Und nichts mag der Feige weniger als Helden, weil sie ihm ständig seine Feigheit vor Augen halten. In der Masse fühlten sich auch die Nazis stark. (Virtuelle Helden, Filmhelden – die mag auch der Feige, weil sie eigenes Heldentum träumen lassen.)

Was mich weiterhin stört ist die Selbstgerechtigkeit der Feiglinge: Sie hätten schnurstracks von vornherein gegen Hitler und Konsorten gekämpft, tapfer und mutig alles durchschaut – darum meinen sie, können sie Menschen, die Irrwege gegangen sind, verachten, missachten. Dabei machen sie doch gerade dasselbe: Sie durchschauen in ihrer Selbstgerechtigkeit nicht, wem sie heute gedankenlos hinterher rennen. Ob sie noch die Kurve kriegen? Stauffenberg und die vielen anderen in der Hitler-Opposition haben sie gekriegt. Darum bewundere ich sie – vor allem auch darum. Es sei Folgendes angemerkt: Ich denke, dass der Artikel übertreibt. Die großartigen Menschen um Stauffenberg hatten es in unserem Land  nicht bei allen schwer, sondern bei denen, die allergisch auf Uniformen reagieren und vor lauter Ideologie Nebelschleier vor den Augen haben – und von daher schon gar nicht mehr klar denken können. Bei den anderen konnte ich es nicht beobachten. 

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Eine Antwort auf „20. Juli“

  1. Bei den meist „hochemotionalen“, gehässigen Reden der Spitzen- und anderer Politiker gegen den Nationalsozialismus stellt sich immer wieder die Frage: Sind diese Männer und Frauen vom Himmel gefallen oder haben sie eine ganz gewöhnliche, persönliche Herkunft und Familiengeschichte, in der es auch Väter und Mütter, Großväter und Großmütter gibt?
    Wenn die oben angesprochenen Politiker solche (gehabt) haben, so kann der Zeitgenosse schlicht davon ausgehen, dass diese ihre Altvorderen auch Parteigenossen waren -wenn auch nur „Mit-läufer“- aber wohl in den seltensten Fällen aktive Kämpfer gegen die NSDAP.
    Die aber gab es -sie kamen aus keinem roten oder linken Lager (mit sehr wenigen Ausnahmen) – vielmehr waren es „Bürgerliche“, es waren Patrioten, es waren Christen!
    So ist die Frage nach der politischen Herkunft der heute ach so mutigen Schreier und Kämpfer gegen „Rechts“ höchst aktuell!
    Sicher würde es die Öffentlichkeit interessieren, auf welcher politischen Schiene die damaligen Sozialdemokraten und Kommunisten nach dem Verbot der Parteien schlidderten. (Vergessen wir nicht die Werdegeschichte der untergegangenen DDR!)
    Die Wenigsten im Untergrund oder in einem KZ und vermutlich mehrheitlich Parteigenossen der Braunen mit dem Parteiabzeichen am Revers.
    Herr Müntefering und Herr Lafontaine -die wenigen für alle anderen- sollten einmal sagen, ob ihre Väter und Großväter nicht Teil hatten an dem Regime, das sie mit Recht kritisieren. Mit welchem Recht reden diese Männer und Frauen aber ständig von einem „Hitlerdeutschland“ derart, als wäre dieses Deuschland nicht auch ihr Heimatland und als hätten sie nicht Anteil an dem, was sie Ungezählten vorwerfen -Nazis gewesen zu sein, weil sie in diesem Land lebten.
    Das Deutschland unter der Diktatur der NSDAP ist auch ihre Heimat. Warum wurden nicht auch ihre Väter Widerstandskämpfer?
    Die Münteferings, die C.Roths, die Ströbeles, die Lafontaines, leider auch Seehofers und ungezählte Gutmenschen sollen Antwort geben auf die Frage:
    Sitzen Sie alle nicht auf eben dem Holz, auf dem auch die sitzen, die Sie ständig verdächtigen, mobben und verantwortlich machen für die Verbrechen der Nationalsozialisten -und:
    Haben Sie aus der gemeinsamen deutschen Geschichte des vorigen Jahrhunderts gelernt?

    Das allerdings bezweifelt das
    Echolot

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