Muslime in Europa: Frankreich

Frankreich – seit wann gibt es den Staat eigentlich schon? Man hat unterschiedliche Ansätze, rechnet seit ca. 843 (Vertrag von Verdun: Karl II. der Kahle bekommt Westfrankenreich) bzw. seit 987 (Sturz der Karolinger) entwickelte sich langsam ein französisches Nationalgefühl. Schon im 8. Jahrhundert eroberten Muslime fast die gesamte südliche Hälfte und kamen über das Rhonetal ins innere des Landes. Und dem armen Herrscher von Aquitanien (südwesten Frankreichs) erging es nicht besonders gut: Gegen die Franken holte er die Muslims zu Hilfe – wurde sie nicht wieder los – lief zu den Franken über – wurde dann von seinen alten Bündnispartnern bekämpft und besiegt. Bevor die lieben Verbündeten das Kloster von Tours plündern konnten hat bekanntlich im Jahr 732 Karl Martell eingegriffen und die Araber besiegt. So schnell gaben sie zwar nicht auf, aber seis drum. Karl der Große errichtete eine Abstandhalter-Zone bis runter nach Barcelona (zum Teil bis Saragossa). Viele Plünderungen und Eroberungen vom Mittelmeer aus wurden im 9. Jahrhundert weitergeführt: Ich kann die Leid tragenden Städte hier gar nicht alle aufzählen. Französische Kreuzzugsritter halfen später in Spanien, die Muslime anzugreifen, und zogen auch auf Kreuzzüge in den Osten, um dort die erobertzen Gebiete zurückzuholen.  Der französische Karl der VI. versuchte im 14. Jahrhundert das Übel durch einen Angriff auf Tunesien und auf Türken zu stoppen. Was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war. Und dann fühlte sich Frankreich durch Habsburger eingeschlossen, die an seiner West- und Ostgrenze herrschten. Was macht man da: Man sucht Bündnispartner. Und wen suchte die französische Herrschaft da? Die Osmanen/Türken. Wir befinden uns im Jahr 1536 – kurz: in der Reformation. Und so kommt es noch besser: Frankreich wurde wegen diesen zweifelhaften Bündnissen mit den muslimischen Angreifern von den anderen katholischen Staaten isoliert. Wen suchten die Protestanten als Bündnispartner gegen die Katholiken? Natürlich Frankreich. Und damit haben sie dem katholischen Kaiser finanzielle Abgaben vorenthalten, mit denen er gegen die Türken kämpfen wollte. Und es kommt noch besser: Wir hatten ja gesehen, dass muslimische Piraten in Italien vandalierten – sie taten das mit Unterstützung von Franzosen. Und als die Türken im Osten vor Wien lagen – versuchten Franzosen im Westen Randale zu machen. So ist Politik: Es gab auch zum Islam konvertierte Franzosen, die mit ihren Landsleuten Hand in Hand gemeinsam mit den Osmanen marschierten. Napoleon bereitete dann dieser Freundschaft ein Ende, indem er Ägypten einnahm – und sich großer Sultan nannte. Nur am Rande: Fast gleichzeitig hat er in Rom den Papst entmachtet. Man sieht an dieser Geschichte: Das Verhältnis zur katholischen Kirche und manchen katholischen Völkern war nicht unbedingt besonders entspannt: Wahrscheinlich fühlen sich auch darum so viele Algerier in Frankreich pudelwohl. Der Unterschied zwischen den Erlebnissen der Franzosen und Südosteuropas mit dem Islam besteht darin, dass Südosteuropa von Muslimen besetzt war – und Frankeich suchte sich diesen Bündnispartner, um Konflikte in andere Länder zu tragen – als es selbst unmittelbar gar nicht mehr von all den Plünderungen betroffen war. Übrigens: Der Traum des gegenwärtigen Frankreich: Eine Mittelmeerunion mit den Nordafrikanischen Staaten… http://www.welt.de/politik/article1801079/Merkel_und_Sarkozy_verstehen_sich_wieder.html

Und ein weiterer Hinweis zur aktuellen Lage der Muslime in Frankreich, die immer wieder Randale machen, sozusagen für die Zukunft üben: http://www.kybeline.com/2009/07/10/frankreich-neue-krawalle/

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