Muslime in Europa: Spanien 2

Im Osten herrschte ein Mörder, Abu al-Abbas, der alle Konkurrenten mörderisch ausgeschaltet hat. Ein Abkömmling konnte fliehen und floh nach Spanien. Hier fand er Gleichgesinnte und eroberte 756 von seinen Gegnern Cordoba – und war gegen Aufständische seiner muslimischen Kontrahenten auch nicht gerade gnädig. Aber wie dem auch sei: Er – mit Namen Abd ar-Rahman I. – herrschte in Ruhe und Zufriedenheit. Aber dennoch starb auch er. Sein muslimischer Nachfolger richtete unter den frommen Korangelehrten, die etwas gegen die Ausschweifungen am Hof hatten, ein großes Blutbad an. Ca. 15 Jahre später (um 825) gab es eine christliche Märtyrerbewegung. Nicht, dass sie Bomben legten, nein, sie schmähten in Massen Allah in aller Öffentlichkeit – was mit zahlreichen Todesstrafen geahndet wurde. Diese Morde führten in der kollektiven Erinnerung der Spanier zu negativen Konnotationen mit der msulimischen Herrschaft. — Bewundert wurde und wird allerorten der große Reichtum, die Blüte der Wissenschaft und Kultur… – nun ja, auch Rom war groß wegen seiner Sklaven. Freilich soll nicht verschwiegen werden, dass Teile von Spanien zu der Zeit so manchem Europäer wie das Paradies auf Erden vorgekommen ist. Das vor allem in den 15 Jahren unter der Herrschaft Hakams II. (961-976). Danach ging es repide bergab. Angriffe auf christliche Gebiete folgten, innere Streitereien schwächten die muslimischen Herrscher, christliche Herrscher taten sich zusammen und pisakten die Verbliebenen. Die Muslime holten weitere militärische Verstärkung aus Nordafrika, und es kam noch einmal zu einer gewaltsamen Einung unter Yusuf Ibn Taschfin. Kreuzzugsgedanken kamen in der christlichen Welt auf – und Ritter begannen, die Muslime in Spanien zu bekämpfen. Auch unabhängig davon wurden die Repressionen gegen Christen und Juden stärker: Auswandern oder Konvertieren war die Devise, die die Herrscher ausgegeben haben! Doch abgesehen davon entwickelte sich in Teilen von Spanien eher eine politische Pattsituation, die manche wissenschaftliche Kräfte im christlichen Teil – vor allem in Toledo – freisetzte. Ab 1212 nach der Schlacht bei Navas de Tolosa begann dann der christliche Teil der Bevölkerung wieder die Herrschaft zu übernehmen. Mitte des 15. Jahrhunderts war fast alles in katholischer Hand. Lange dauerte die muslimische Herrschaft in diesem Teil Europas an. Über die kulturellen Spuren wird noch zu reden sein.   

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