Multi-Kultur

Ich dachte über ein Stadtfest des letzten Jahres nach – das überwiegend von Eingeborenen veranstaltet worden war. Gibt es unter den Italienern, Spaniern, Türken, Menschen aus Ost und West, aus Asien und Afrika, die in dieser Stadt leben, nicht auch Dichter, Schriftsteller, Maler, Künstlerinnen und Künstler vielfältiger Art, die man fragen kann, ob sie nicht ihre Kunst auch darstellen wollen? Natürlich gibt es solche Multi-Stadtfeste schon – aber dann läuft es unter dem Vorzeichen der Feier von Migrantinnen und Migranten und man kann köstliche und ungewohnte Dinge essen und Folklore genießen, aber sie sind nicht selbstverständlich in das Miteinander des Alltags eingebunden.

Weitergehend fragte ich mich: Wenn vom Dialog geredet wird, warum konzentriert sich dieser Dialog in den Köpfen immer auf das Gespräch der Religionen und nicht zum Beispiel auf das Miteinander der Künstlerinnen und Künstler. Das heißt kurz und knapp: Der Dialog müsste den Religionen soweit es geht entzogen werden und zu einem Dialog des Alltags werden. Freilich sehr plakativ gesagt – aber ich denke, es darf blogmäßig plakativ sein. Stärkt nicht ein solcher Dialog auch die liberalen Kräfte, die soweit ich das beurteilen kann, auch von der Regierung ziemlich allein gelassen werden, indem sich diese auf die religiösen Vertreter konzentriert? Freilich weiß ich auch, dass für den Islam und seine Funktionäre alles Religion ist. Aber ist für Muslime auch alles Religion? Muss man von einem Euroislam träumen und Muslime den Funktionären in die Arme treiben – statt von einem Miteinander zu träumen – trotz der unterschiedlichen Religionen?

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Eine Antwort auf „Multi-Kultur“

  1. Wer und was zwingt eigentlich die deutsche Bundesregierung, vertreten vor allem durch den Innenminister, den „Dialog der Religionen“ gebetsmühlenartig zu beschwören -und das, nach meiner unmaßgeblichen Überzeugung, mit Scheuklappen vor den Augen, die offensichtlich zur Engführung der realistischen Sicht und damit Einschätzung der Situation führen.
    Diesen Dialog sollte man doch den „Kirchen“ überlassen…!
    Zugegeben wird das schwierig werden, denn diese befinden sich angesichts der vermeintlichen Schützenhilfe durch die Bundesregierung in einer bisher nie dagewesenen Sprachlo- sigkeit.
    Daraus ergibt sich für Echolot die Frage: Wo sind die Kirchenleitungen mit ihren Führungskräften?
    Wollen sie ihre Mitglieder wirklich weiterhin im Stich lassen angesichts der immer schwieriger werdenden Situation?
    Nach wie vor scheint es nach dem gleichen Muster zu gehen:
    Da, wo andere besseres Wissen und fundierten Sachverstand haben, mischen Kirchenleute, ohne eben über diese Fähigkeit zu verfügen, tapfer mit…..
    Da aber, wo sie ihrem Auftrag der Gemeindeleitung von der Basis bis in die Spitzen gerecht werden sollten, schweigen sie beharrlich…..Sonderbar -oder?
    Echolot steht für den Dialog -wie W.F. ihn schildert.
    Echolot sagt Nein zu einem „Dialog“, der in Wahrheit keiner ist und so zum Monolog verkommt.

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