Besuch der Maria

Heute feiern viele Christen den Tag, an dem Maria ihre Verwandte, die Elisabeth, besuchte (Mariä Heimsuchung/Besuch). Im Zusammenhang dieses Besuchs singt Maria das berühmte, lobende und umstürzlerische Magnificat (Lukas 1,46-56): „Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes… Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut die Hochmütigen… Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen… und hilft seinem Diener Israel auf“ – Maria, so wie sie in diesem Lied gezeichnet wird, hatte es schon in sich. Weil das Magnificat für viele Christen eine zentrale Bedeutung hat, werden Christen immer ein Stachel im Fleisch der Gesellschaft bleiben, eigensinnig und dickköpfig.

– … und hilft seinem Diener Israel auf bzw. und nimmt sich seines Knechtes Israel an. Es ist schon interessant, dass Menschen das sprechen konnten – und sich gleichzeitig gegen Israel wenden konnten. Sie sprachen damit das Urteil über sich, weil sie um Gottes Willen wussten, ihn sogar nachplapperten, aber nicht danach gehandelt haben. Oder die Speichelleckerei gegenüber Gewalttätern… Gibt es ein offensichtlicheres Beispiel dafür, dass Christen ihrem Glauben nicht gerecht wurden – und sich damit selbst das Urteil sprachen?

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