Wirtschafts-Mission

Ist den vielen, die Christen vorwerfen, in anderen Völkern zu missionieren (= von ihrem Glauben weiterzusagen), eigentlich nicht klar, dass der Westen mit seinem Export und seinem technischen Knowhow ständig missioniert? Er bricht ein in traditionell gewachsene religiöse und damit verbunden soziale Strukturen. Er lockt, ruft Sehnsüchte hervor, gibt Lebensziele vor. Und sie meinen, damit neutral zu sein? Ich sehe schon, dass die Radikalisierung vielerorts auch mit diesem Wirtschaftskolonialismus zusammenhängt – nicht nur mit der Ablehnung der westlichen Werte, die als zu freizügig, als negativ empfunden werden. Der Anspruch einiger Wirtschaftler besteht ja auch darin, die Welt auf wirtschaftlicher Ebene zu vernetzen, in die Politik und Tradition einzugreifen, Werte zu vermitteln (auch „besser und wirkungsvoller als Religionen“ – wie ich mal in einer Vorlesung eines Wirtschaftswissenschaftlers hörte)… Warum wird der Westen von vielen als Paradies angesehen? Wegen den Gaukeleien der Werbung, die weltweit ausgestrahlt werden. Das schlägt seine zerstörerischen Schneisen überall auf der Erde – was man der Tätigkeit der Christen nicht unbedingt nachsagen kann.   

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