Atheismus-Nachhilfe

Gelesen: „So wie wir den Islam nicht haben wollen, haben Muslime das Recht, nicht das Christentum haben zu wollen.“ – Was für ein interessantes Menschenbild hier zum Vorschein kommt: Es zählen, ganz islamisch gedacht, Gruppen – nicht Individuen. Und der Sprecher ordnet alle Menschen seinem Denken zu („wir“). Wir sind alle Atheisten und wollen weder Christentum noch Islam. Und weil wir alle Atheisten sind und weder Christentum noch Islam wollen, hat das Christentum kein Recht, in islamischen Ländern zu missionieren. – Der Schreiber dieser Sätze hinkt ein wenig hinterher: Menschenrecht im westlichen Sinn bedeutet auch: Jedes Individuum hat das Recht, sich zu informieren und informiert zu werden – und hat das Recht, selbstbestimmt über sein Leben zu entscheiden. Das gilt auch für unser Land. Wenn jemand den Islam für sein Leben als wichtig ansieht, dann ist das zu respektieren. Was freilich nicht heißt, dass ihm auch nachträglich keine weitere Argumente nahe gebracht werden dürften, die ihn eines besseren belehren können. (Dass der Islam Menschen nicht gerne wieder gehen lässt und darum für den Schritt aus dem Islam hinaus mehr Mut verlangt wird, als der Schritt in den Islam hinein, dürfte inzwischen bekannt sein.) Auch einige Atheisten brauchen wohl Nachhilfe in dem, was das heißt „Menschenrecht“.

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