Ägypten

Gestern sang ich das Freude-Lied, dass sich auch Muslime nicht alles gefallen lassen. Heute muss ich das Trauer-Lied singen: 1. Klagelied: Wirklich überrascht hat die Stellungnahme des iranischen Oberchefs gegen die Demokratiebestrebungen ja nicht. Hat aber sein Gutes: Dadurch, dass sie von ihm diese kalte Dusche bekommen haben, emanzipieren sie sich auf längere Zeit von dieser religiösen Macht und werden echt demokratisch. Aber leider nur: auf längere Sicht. 2. Klage: Laut Gerichtsbeschluss aus Ägypten darf ein Mensch den Islam nicht verlassen. Sicher, das war schon immer klar, dass der Islam das verbieten muss, weil er es seit Anbeginn verboten hat und Angst haben muss, dass wenn es einer tut, viele tun. Nur hatte man doch ein wenig Hoffnung, dass der eine oder andere Staat in dieser Hinsicht liberaler wird. Und was ist, wenn einer dennoch den Islam verlässt? Mord und Totschlag, soziale Ausgrenzung, Flucht, Untergrund, Familien-Verlust, Besitz-Verlust, Rechts-Verlust, Kind-Verlust. Darf sich der zum Christentum konvertierte Muslim Obama in Ägypten sehen lassen? Als schmeichelnder Präsident sicherlich – aber wehe, er wäre ein normaler Bürger. Übrigens: Hatte er nicht just in Kairo eine Rede gehalten, eine, die das Wunder des Islam pries? Nun: Nicht nur Achmadinedschad weist ihm die kalte Schulter, es tun auch andere, so die Kairoer Richter http://www.igfm.de/Detailansicht.384+M50bf2b21d19.0.html. 3. Klage: Ich las neulich, dass O´s Regierung schon der Hisbollah im Libanon zum Wahlsieg gratuliert habe – und dann doch die liberaleren gesiegt haben. Und was den Iran betrifft: Gemauschel im US-Regierungs-Walde. Wie das alles zu beurteilen ist – weiß jeder selber.

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