Internationalität

Zur Internationalität von Christen, die ich Gestern angesprochen habe, noch Hinweise auf open doors, zum Beispiel die Gebetsanliegen im Juni: Nigeria, Mauretanien, Libanon, Iran, China, Nordkorea, Philippinen, Vietnam, Laos, Myanmar, Bangladesch, Sri Lanka, Tadschikistan, Iran, Irak, Algerien, Äthiopien, Eritrea, Somalia, Kolumbien. Solche Listen mit Gebetsanliegen gibt es auch von anderen Organisationen. Dann ist das Engagement von Brot für die Welt, Misereor, Hilfe für Brüder … zu nennen. Paulus schreibt in seinem 1. Brief an die Korinther davon, dass Christen in Jesus Christus ein Leib sind – und alle sind gleich wichtig an diesem Leib. Wenn es einem Glied wehtut, dann sind alle anderen mit beteiligt. Und als so einen Leib verstehen sich Christen auch – Christen in der ganzen Welt. Dann gibt es freilich auch masochistische Christen, das heißt Christen, die meinen, ihren eigenen Leib bekämpfen zu müssen, nicht, weil sie aus unterschiedlichen Völkern kommen, das nationalsozialistische Gedankengut ist soweit ich sehe kaum anzutreffen, sondern weil der rechte Arm manchmal was anderes tut als der linke Arm, meinen sie, einander bekämpfen zu müssen, weil das eine Ohr höher hängt als das andere, meinen sie einander bekämpfen zu müssen – und das macht sie in der Welt auch verständlicherweise lächerlich. Aber diese allzumenschlichen – nicht göttlichen – Anfälle in der Kirche sagen nichts darüber aus, dass die Gemeinde nicht ein Leib ist. Freilich haben in vielen Ländern traditionelle Christen auch schlicht und ergreifend Angst, sich mit zum christlichen Glauben konvertierten Christen zusammen sehen zu lassen, weil das massive Probleme mit sich bringen kann (z.B. Iran, Mauretanien…) Aber das sagt ja nichts darüber aus, dass sie nicht zu dem einen Leib gehören. Und das ist wirklich das Wunderbare: Wenn man sich irgendwo in der Welt trifft, man aber nichts voneinander weiß, dann merkt man nicht selten die „gemeinsame Wellenlänge“, bis man dann herausfindet: Auch sie/er gehört zu diesem Leib. Von daher verstehe ich Christen nicht, die ihre inhaltlichen Differenzen über diese Gemeinsamkeit stellen. Ich habe zum Beispiel eine ganze Menge inhaltlich an den Vorstellungen „unseres“ Papstes auszusetzen (auch als einer, der in der evangelischen Tradition lebt) – aber ich spüre gleichzeitig, dass eine verbindende Gemeinsamkeit da ist… Deswegen kann in der evangelischen Kirche auch von der unsichtbaren Kirche in Trennung von der sichtbaren Kirche (ecclesia invisibilis – ecclesia visibilis) gesprochen werden. Ich sags mal auf meine Art: Innerhalb der unterschiedlichsten Gemeinden gibt es Menschen, die zusammengehören – jenseits aller äußeren Erscheinungsweisen. Sicher bringt diese Unterscheidung  massive Probleme mit sich – aber da ist was dran.  

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