Ehrenmord

Wieder ist eine Deutsche türkischer Abstammung aus Recklinghausen von ihrem Mann getötet worden – also ein so genannter Ehrenmord. Der Leserbriefschreiber Mtz plädiert für die Beibehaltung des Begriffs. Nicht, weil er mit unserer Vorstellung von Ehre zusammentrifft, sondern grade darum, weil er im Gegenteil die Diskrepanz ausdrückt: Das verstehen diese Zugereisten unter Ehre – wir verstehen darunter ein vollkommen anderes Verhalten. – Zumindest ist sein Vorschlag nachdenkenswert. 

Freilich steht im Koran – soweit ich sehe – nicht, dass Frauen ermordet werden dürfen. Doch es findet sich auch kein Aufschrei Mohammeds, als ein Mädchen ermordet wird – vor allem aber: Solange Männer die Verfügungsgewalt über „ihre“ Frauen haben, solange die Rechte der Frauen unter denen der Männer stehen, solange ist das alles leichter möglich. Und dass die Rechte der Frauen unter denen der Männer stehen, sieht man ja allein schon an der Aussage, dass sie weniger Wert seien (im Kontext des Erbrechts), dass sie die Lasten der begehrlichen Männer zu tragen haben (Kleidungsvorschriften; die Vergewaltigung einer Sklavin ist verboten – aber Allah vergibt; die Verheiratung von Mädchen vor der Menstruation), dass sie mit mehreren einem Mann gehorsam sein müssen, dass ihre Männer sie durch Strafen erniedrigen dürfen… – all das trägt dazu bei, Frauen als Besitz anzusehen und entsprechend mit ihnen umzugehen. Hadithe habe ich übrigens mit diesen Aussagen noch gar nicht berücksichtigt.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de  +++  http://literarisches.wolfgangfenske.de/10.html   Wer Lügen benutzt, um anderen zu sagen, wie wundervoll sie sind,

findet an ihnen wohl nichts Gutes, um das Ziel ohne Lügen zu erreichen.