National

Ich denke, als Christ ist man immer international orientiert. Rasse, Kultur spielt keine Rolle. Die eigene Nation spielt keine primäre Rolle, weil Gott der Gott aller Völker und Nationen ist, sich als solcher allen zuwendet, Menschen anruft, keiner steht über oder unter dem anderen – und sie bilden aus allen Menschen eine einzige Gemeinde, auch wenn es hier und da innerhalb der Kirche unterschiedliche Ausprägungen gibt.

Gleichzeitig kann man als Christ freilich nicht ganz die Nation aus den Augen verlieren, weil man in einem bestimmten Land lebt und mit für das Wohlergehen dieses Landes bzw. für die Bündnisse, in denen dieses Land steht, verantwortlich ist. Von daher kann das Handeln nie gegen Menschen gerichtet sein, sondern nur gegen unmenschliche Strukturen, gegen das, was an Unmenschlichem droht. Aber darüber muss gesprochen werden dürfen, weil ja nicht alle gleicher Meinung sind. Und wo das Gespräch, die Argumentation zugunsten eines „Basta“ bzw. „darüber rede ich nicht – mit dir schon gar nicht“ abgebrochen wird, wo verleumdet wird, wo Bestrebungen herrschen, andere Menschen ungerecht zu behandeln… – da muss gegen angegangen werden.

Das klingt so einfach. Doch im Detail liegt das Problem. Als Christ möchte ich zum Beispiel sagen: Ihr Menschen in der Welt, die ihr nichts zu essen habt: Kommt alle her. Als Mensch einer Nation muss ich sagen: Ihr könnt nicht alle kommen, weil dann auch unser starkes System zusammenbricht. Aber nicht nur das: Keiner kann Interesse daran haben, dass Menschen gezwungen werden, sich aus wirtschaftlichen und anderen Gründen zu entwurzeln. Und was für eine Alternative muss dann – auch als Christ, der seinen Verstand einsetzt – gefunden werden? Die Menschen müssen in ihrem jeweiligen Land gestärkt werden – auch mit Entwicklungshilfe, aber nicht nur. Was macht die EU? Sie schottet sich wirtschaftlich ab, dass andere, kleinere keine Chancen haben… Oder: Als Christ muss ich sagen: Gott liebt Muslime… Als Mensch einer Nation muss ich sagen: Er liebt sie, und ich gehe mit ihnen menschlich um – aber es geht um dieses Landes willen, in dem ich lebe, nicht, dass sich der Islam auch nur auf kleinstem Gebiet durchsetzt. Warum nicht? Um der Menschen willen. Nirgendwo auf der Erde ist erkennbar, dass der Islam politisch unserem Verständnis von Menschenrechten entspricht. Und auf islamische Träume von einem neuen Islam in Europa zu setzen, ist gefährlich – nicht weil ich einzelnen Muslimen nicht zutraue, dass sie wirklich so denken, sondern weil ihre Basisschriften das nicht hergeben und die Träumenden in der Minderheit bleiben – wohl auch in der von ihren Genossen bedrängten Minderheit bleiben.  

In der Kürze mag das alles naiv klingen – ich habe Mut zu meiner Naivität. Vielleicht bieten diese Sätze dennoch Anregungen zum Weiterdenken.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de

Eine Antwort auf „National“

  1. Was ist nur in deutschen Landen los, dass obige Einsichten aller Wahrscheinlichkeit nach diejenigen in Deutschland und Europa nicht erreichen oder von denen verdrängt werden, die politische Verantwortung tragen: die „DIENER des Volkes“. Gegen jede Erkenntnis, gegen alles Wissen, gegen alle Vernunft schmähen sie, die für des Volkes Wohlfahrt bestellt sind, eben dieses Volk. Unwahrheiten, Halbwahrheiten setzen sie den Bürgern vor als DIE WAHRHEIT.
    Mit Gehässigkeit und Intriegen bedenken und verfolgen sie die, die anderes als Wahrheit für sich erkannt haben und diese auch begründend und auch bekennend vertreten.
    Genau so schlimm, wenn sie aus ideologischen Gründen und Parteiräson die Wahrheit verleugnen gegen besseres Wissen.

    Sicher ist es nicht falsch, wenn in diesen verworrenen Zeiten Journalisten welcher Couleur auch immer verantwortlich gemacht werden für das Kolportieren und Propagieren dessen, was eben dem politischen Mainstream
    entspricht. Nicht immer ohne Arroganz derer, die vorgeben „Volkes Meinung bilden zu müssen“ .
    Das aber ändert nichts an der Tatsache, dass die Frauen und Männer in den politischen Parteien mit ihren Führungsspitzen erste und letzte Verantwortung tragen für das, was durch ihr Tun und Unterlassen im Volk geschieht.

    Und das, was wir in diesen Tagen an Ungleichheit, Ungleichbehandlung, Ungerechtigkeit im Umgang mit den Menschen unseres Landes erfahren müssen, ist nun einmal mehr als genug. Das Sichwundern über die Mündigkeit der Bürger -wie eben nach der Wahl- ist schrilles Signal in einer demokratischen Gesellschaft:
    „Brot und Spiele“ -als Sand in die Augen der Bürger, ein altes und erprobtes Mitttel der Machthabenden zur Verdummung der Bürger….damit dürfte es so langsam aus sein!
    Wer das nicht begreifen will, gehört nicht in Führungskräfte weder der „Politik“ noch der Wirtschaft.
    Meinungs- und Redefreiheit sind zwar bei uns erlaubt -gar vom Grundgesetz her geboten, doch von diesem Recht Gebrauch zu machen ist verbunden mit der Gefahr, von denen gemobbt zu werden, die sich anmaßen, allein die richtige Meinung zu besitzen und die sich die Freiheit nehmen, Grundgesetz und Grundrechte nach eigenem Gusto für sich zu interpretieren.

    Ergo, liebe Landsleute: Es gibt viel zu tun zum Erhalt und Schutz unserer deutschen Demokratie! Packen wir es an!

    Das
    Echolot

Kommentare sind geschlossen.