Fronleichnam

Fron-leichnam = Herren-leib – die römisch-katholische Kirche feiert seit dem 13. Jahrhundert dieses Fest, bei dem die Elemente des Abendmahls/der Eucharistie (Brot und Wein/Leib und Blut Jesu Christi) besonders große Bedeutung haben. Mit Beginn der Auseinandersetzungen um die Reformation bekamen die Prozessionen auch demonstrativen Charakter: Wahre Eucharistie gibt es nur in der römisch-katholischen Kirche. Diese Demonstration führte schon zu heftigsten Rangeleien. Ich weiß nicht, ob dieser abgrenzende Charakter noch irgendwo vorhanden ist. Man kann die Prozession auch mit dem Hebräerbrief als Beispiel für das wandernde Gottesvolk verstehen, das auf seinem irdischen Weg von Brot und Wein – dem Leib Christi – lebt. In München ist das Fest – mit seinen geschmückten Straßen – sehr beeindruckend. Freilich kenne ich das nicht nur als dieses geballte Zeichen römisch-katholischer Macht, sondern auch: kleine Häufchen von Glaubenden ziehen unter Lautsprecherlauten etwas verloren und unsicher durch die Gegend. Heute können Protestanten damit leben – man kann aber manchmal lesen, dass diese Züge von anderen gestört werden: Menschen, die nicht vertragen, dass andere ihren Glauben öffentlich bezeugen. Soweit ich sehe, bleiben Störer heutzutage unbehelligt. Das war leider nicht immer so. 

Zu diesem Tag grüße ich meine römisch-katholischen Schwestern und Brüder: http://www.youtube.com/watch?v=wr1rAv_XOWk

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