Allah-Gott

Schon länger ist bekannt, dass es in Malaysia den Christen verboten wurde, ihren Gott als „Allah“ zu bezeichnen. „Allah“ heißt ja eigentlich allgemein „der Gott“. Ob Mohammed die allgemeine Bezeichnung für „der Gott“ „al ilah => Allah“ für sich verwendet hat oder ob Allah aus dem Aramäischen „Alaha“ = Gott kommt, ist offen. Gleichgültig dürfte sein, dass vermutlich auch der Mondgott als Allah – die Gottheit/der Gott – angesprochen wurde (weil es eine allgemeine Bezeichnung war hätte auch „Zeus“ als „der Gott/Allah“ bezeichnet werden können). Sure 41,37 weist Mohammed ausdrücklich die Anbetung der Gestirne zurück. Irgendein Wort für „Gott“ musste er ja aus der Tradition aufgreifen. Er hat den alten Begriff aus seiner jüdisch-christlichen und arabischen Tradition aufgenommen und neu zu deuten und zu konzentrieren versucht – sonst würde es ja keinen Sinn machen, den Gott, von dem die Bibel (Altes Testament) spricht, neu zu definieren bzw. das Verhältnis von Jesus und Gott neu zu bestimmen. Insofern ist das Gerichtsurteil aus Malaysia interessant: Erst wird ein Begriff der Tradition durch Mohammed neu interpretiert – dann wird denen, die den Begriff schon lange vorher verwendeten, verboten, ihn in ihrer alten Weise zu verwenden. Andererseits ist das Urteil des Malaysia-Gerichts nicht aus der Luft gegriffen, sondern in der 109. Sure angelegt: „O ihr Ungläubigen, ich diene nicht dem, dem ihr dient…“. Das reibt sich auf den ersten Blick freilich mit Sure 29,46: „unser Gott und euer Gott ist ein einiger Gott“. Das reibt sich aber nicht wirklich, denn diese Aussage wird in die Worte: „Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt ward und herabgesandt ward zu euch“ eingebettet. Das heißt: Der Koran, ausgesprochen durch Allahs Mohammed, wurde uns Muslimen und euch ungehorsamen Juden und Christen herabgesandt. Das bedeutet: Der Gott der Juden/Christen und der des Mohammed ist dann identisch, wenn man das glaubt, was Mohammed/Koran sagen. (Noch ein Hinweis zum „Mondgott“ + Allah: dass für Muslime die Mondsichel so relevant geworden ist oder Muslime den Mondkalender verwenden – Ramadan – darf meines Erachtens nicht überinterpretiert werden – das war Teil seiner Tradition, die er in seine theologische Praxis eingebaut hat.)

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