Taqiyya

Als Taqiyya wird bezeichnet, wenn Muslime in Zeiten der Bedrohung ihre Mohammed/Allah-Frömmigkeit verschweigen dürfen. Wenn wir den entsprechenden wikipedia-Artikel Ansehen – und die dazugehörige Argumentation, dann können wir feststellen, dass islamkritische Autoren nicht gerne gesehen werden: Der Muslim Tibi und die Muslima Kelek genauso wenig wie Raddatz und Schirrmacher. In dem Ahmadiyya Artikel (s. im Blog vor ein paar Tagen) wurde negativ über Hiltrud Schröter gesprochen – obwohl sie wahrscheinlich mehr Erfahrungen sammeln konnte als die Schreiberlige des Artikels. Was mich stört, das ist, dass die Kritiker per se – wie in der antiken Rhetorik schon beschrieben – madig gemacht werden, damit werden zum Teil nicht ihre Argumente gehört, sondern die Personen angegriffen (oder man beachte auch die allgemeinere Möglichkeit: Man weiß ja, dass man sie nicht zitieren sollte). Darüber hinaus sieht man schön, wie sehr diese Schlaumeier ideologisch argumentieren. Nun, was die Taqiyyah betrifft, die vor allem shiitisch-Fromme angesichts der Bedrohung durch Sunniten geübt haben, finde ich die Vorform tatsächlich schon im Koran (Sure 3,28; 6,119; 16,106) – aber man darf nun nicht herkommen und alle Aussagen von Muslimen, die westlich klingen, als Taqiyya brandmarken. Ich denke, westlich sozialisierte Muslime denken zum Teil schon jüdisch-christlicher. Ich habe mal wieder ein christliches Religionsbuch in die Hände bekommen, in der ein Mädchen mit Kopftuch (!) den Islam erklärt – wunderschön zu Herzen gehend, alles so friedlich und freundlich, fast schon Mohammeds Paradiesgärtlein-like. Ich wüsste nur gerne: Hat wirklich ein muslimisches Mädchen das geschrieben/gesagt oder wird das nur suggeriert – und tatsächlich war es ein Christ, der einmal die Christen täuschen möchte und zum anderen Zwietracht in die muslimische Gemeinde bringen will? Nein, es ist ein Artikel nach Michael Pfaff, Vorsitzender der deutschen Muslim-Liga. Eigentlich heißt er ja: Michael Muhammad Abduh Pfaff. Ich habe ihn gestern im Blog vorgestellt. Viele wünschen sich einen anderen Islam – und stellen ihren gewünschten Islam dar. Vielleicht passt er sich in Teilen ja mal diesen Wunschbildern an. Wobei ich sagen muss: Allein schon angesichts der verhältnismäßig wenigen europäisierten Muslime haben die wohl eher nur geringen Einfluss auf ihre weltweiten Gemeinden. Interessant finde ich nämlich, dass sich auch Aiman A. Mazyek von Muslimen und deren Taten in anderen Ländern in einer Fernsehsendung indirekt distanzierte (in dem Sinne: Sie gehen uns nichts an). Auch er ist einer, so schätze ich ihn ein, der etwas verkrampft an seinem Wunschbild hängt.  

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