Kunst 30

Auch eine Kunst – eine sehr alte Kunst, die wohl nur noch wenige beherrschen: Glocken gießen. Wie sie so langsam zu läuten beginnen – ineinander einstimmen – ist schon schön bzw. kann schon schön sein: http://www.youtube.com/watch?v=6buQPG7noIs&feature=related Besonders mag ich freilich – in natura – wenn sie langsam ausklingen, aber das hat wohl für den, der diese hier aufgenommen hat, zu lange gedauert. Es gab Zeiten, da spielte die Glocke nicht nur eine liturgische, eine religiöse Rolle: Sie gab die Uhr-Zeiten an, sie warnte vor Gefahren, klang bei frohen Anlässen, zeigt an, dass Menschen gestorben sind. Sie waren ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel. Heute sind sie im Wesentlichen Kommunikationsmittel für die Gemeinde: Einstimmen auf den Gottesdienst, Beginn des Gottesdienstes und Schluss. Und dazwischen die Vaterunser-Glocke, damit Kranke oder diejenigen, die nicht anwesend sind, mit der Gemeinde in der Kirche das Vaterunser mitbeten können. Und dann läutet sie freilich am Morgen – auf zur Arbeit unter Gottes Geleit; Mittagspause: Gott hat bewahrt; Schluss für heute: Es wird Nacht, in der Gott bewahren möge. Mancherorts läuteten sie auch den Sonntag ein: Samstags um 18:00 Uhr. Glockenläuten zum Mittag: Klepper hat ein Lied gedichtet: „Der Tag ist seiner Höhe nah, nun blick zum Höchsten auf, der schützend auf dich niedersah in jedes Tages Lauf. Wie laut dich auch der Tag umgibt, jetzt halte lauschend still, weil er, der dich beschenkt und liebt, die Gabe segnen will. …“ Der gesamte Text: Evangelisches Gesangbuch 457. Ich las auch mal, dass man mancherorts meinte, der Segen Gottes lege sich aufs Land, soweit man die Glocke hören konnte.  Impressum auf  www.wolfgangfenske.de