Helden

Ein nicht leicht zu lesender Artikel – aber eine interessante Darstellung unserer Gesellschaftslage: http://www.michael-klonovsky.de/content/view/100/42/: „Es ist kein Wunder, dass diese Gesellschaft mit militärischen Tugenden nichts anfangen kann. Unsere Auseinandersetzungen lassen wir von Anwälten führen. Wenn unsere Familie beleidigt wird, sind wir zwar ganz demonstrativ sauer, aber wir fordern den Beleidiger nicht zum Duell. Wenn uns jemand bedroht, rufen wir nach der Polizei. Wird unser Land beleidigt, hören wir weg oder stimmen zu. Wenn uns der Chef schikaniert, kündigen wir; ist es der Nachbar, ziehen wir um. Lieber den Schwanz einkneifen und keine Verletzungen oder Schlimmeres riskieren, als seine Würde verteidigen. Sie ist ja bereits im Grundgesetz verbrieft. Der postheroische, bindungslose Nihilist, in unserer Welt ein sehr häufige Typus, hat nichts zu verteidigen außer seinen Verbraucherrechten – die Freiheit interessiert die meisten Menschen ja nicht so sehr. … Die Lebensleistung eines Popstars ist nichts, verglichen mit der eines beliebigen Altenpflegers in der Pflegestufe III. Man muss nur anschauen, wen oder was eine Gesellschaft aus welchen Gründen verehrt, um nahezu alles über sie zu wissen. Glücklich das Land, das keine Helden nötig hat, so weit, so gut. Doch wie traurig das Land, das sich solche Imitate schafft.“

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