Wo liegt das Problem?

Gestern sprach ich das Gefühl an, dass sich Migranten diskriminiert fühlen. Wo liegt mein Problem mit dieser Nachricht? Es liegt darin, dass man nicht richtig weiß, warum fühlen sich andere diskriminiert. Ist es – was Einheimischen auch begegnet – der mürrische Sozialbeamte (ohne alle über einen Kamm scheren zu wollen)? Ist es, dass es kulturelle Missverständnisse gibt: Er spricht mit mir wie ich es aus meiner Kultur nicht gewohnt bin, er schaut mich an, was man in meiner Kultur nicht tut usw. Liegt das Gefühl der Diskriminierung nicht in einem tatsächlichen Erlebnis, sondern darin begründet, dass ich in der Zeitung gelesen habe dass …? Ich könnte übrigens einen langen Bericht darüber schreiben, dass Christen in unserem Land auch diskriminiert werden, durch alltägliche kleine Sticheleien und Nebenbemerkungen. Aber das ist kein Thema, weil man sehen muss: Es ist ein Teil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung und Positionierung. Das würde mir in einem fremden Land wahrscheinlich auch schwerer auf dem Magen liegen, als in einer Umgebung, die ich einzuordnen weiß. Lange Rede kurzer Sinn: Wenn aus allgemeinen Artikeln, wie den gestern genannten, politische Schlussfolgerungen gezogen werden, die nicht gezogen werden dürfen, weil die Grundlage zu pauschal ist – das ist das Problem. Übrigens in einer anderen Angelegenheit: Es wird immer nur versucht, Druck auszuüben: http://de.news.yahoo.com/1/20090422/tpl-trkei-ruft-botschafter-in-kanada-zur-cfb2994.html – auch um das zu unterdrücken, was vor Augen liegt und alle Welt weiß.

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