Wissenschaft-Symbiose

Für sowas kann ich mich begeistern: Eine Pflanze fängt Insekten. Sie bleiben an ihrem klebrigen Haar hängen. Sie kann sie jedoch nicht verdauen. Was nun? Eine Weichwanze, die nicht klebenbleibt, verzehrt die Insekten – und der Kot der Wanze ernährt die Pflanze. (Bild der Wissenschaft 11.2008, 13) So ein wenig Symbiotisches können wir jetzt überall beobachten: Pflanzen bieten Nektar, damit Insekten sie bestäuben – Insekten brauchen Nektar – Pflanzen brauchen zum Teil die Insekten; oder: Ameisen erfreuen sich an Blattläuse und schützen und kultivieren sie, damit sie besser an Futter kommen … Und die Erdbeeren sind so schön rot und saftig, weil sie Mensch und Tier anlocken, damit sie deren Nüsschen essen und damit aussäen (wenn es keine Toiletten geben würde, würde es sogar funktionieren). Die Geschichte der Kultivierung von Orchideen in Europa – ist in dieser Hinsicht auch sehr interessant. Es klappte nicht, bis man entdeckte: Ohne einen bestimmten Pilz geht es nicht… Oder ich las vor langer Zeit mal, dass eine Pflanze (in Mittelamerika?) einen Knubbel auf Blättern hat. Man interpretiert das so: Ein Insekt legt Eier in die Blätter dieser Pflanze, das Wesen schlüpft, es bildet sich ein Knubbel – und die Pflanze stirbt dann nach einer Weile ab – wenn aber das Insekt merkt, dass ein Blatt schon einen Knubbel hat, legt es in dieses Blatt keine Eier mehr. Nun bildet die „raffinierte“ Pflanze also selber diese Knubbel, damit tja – was – das Insekt „denkt“, da war schon jemand vor mir da und nun kein Ei mehr ablegt.

Und von den Symbiosen wiederum gefallen mir die Eusymbiosen am Besten – das heißt: die Partner könnten ohne den anderen nicht überleben. Viel Spaß beim Überlegen, wie das wohl alles möglich ist.

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