Römer

Ich habe übrigens nichts gegen Römer. Im Gegenteil: Ich mag besonders Horaz und Cicero. Ich bewundere auch einen Cato – und seine Gegenteile: Ovid und Catull. Dass ich von Martial so manches gelernt habe, ist vielleicht hier und da zu spüren. Ich muss freilich gestehen, dass ich zu Vergil ein etwas distanzierteres Verhältnis habe – das liegt wahrscheinlich an den großen Griechen, an die er meiner Meinung nach nicht herankommt. Warum sage ich das? Ich sprach ja neulich das Thema „Mythen“ an. Aber da ging es mir nicht darum, die alten Römer zu disqualifizieren. Wer ein Fünkchen Verstand und historische Kenntnis hat, der kann das nicht. Die großen römischen Geschichtsschreiber – ich muss sagen, ich habe sie verschlungen. Während die römischen Komödiendichter an Aristophanes nicht herankommen. Dass die großen Römer die alten Griechen bewundert und so gut es ging nachgeahmt haben – und unser Nordeuropäisches Mittelalter wieder Griechen und Römer, das zeigt die Wurzeln unserer Kultur. Übrigens: Vieles von dem, was wir von diesen Geistesgrößen noch haben, findet Ihr in den kleinen Reclambändchen – mal ein Lesetipp.

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