?

Durch einen Kommentator bei pi bin ich darauf aufmerksam geworden: Am Freitag den 4.4.2008 wurde in Stolberg ein 19jähriger ermordet, der eine NPD-Veranstaltung besucht hatte (aber kein NPD-Mitglied gewesen ist). Ein Jahr später, am 4.4.2009 feiert die Gemeinde ein Fest, beschlossen vom Rat der Stadt am 16.12.2008: „Gemeinsam auf die Straße für ein Nazifreies Stolberg“ – mit Tanz, Gottesdiensten, viel, viel Musik, Kaffee und Kuchen, Kinderschminken und was das Herz sonst noch so für fröhliche Events begehrt. http://www.stolberg.de/Buendnis/Programm.pdf : Die Stadt soll zu einem „Forum für Demokratie und friedliches Miteinander“ werden.

Der erste Gedanke, der einem kommt: Ist denen das bewusst, dass sie einen vielleicht politisch motivierten Mord feiern? Auf jeden Fall ist das makaber. Was ist das für eine Demokratie, die feiert, dass Andersdenkende ermordet werden?

Diese Gedanken kommen, wenn man den Kommentator (also nicht pi selbst!) liest und dann dem Link auf die Event-Seite folgt. Dann habe ich bei Google eingegeben: „Stolberg Mord“. Und da wird einem deutlich, dass die NPD ganz im Sinne ihres alten Chefs (Hitler) versucht, einen modernen Märtyrer der Bewegung aufzubauen. Weil der Genannte von einem Libanesen erstochen worden ist, wird das mit Ausländerfeindlichkeit verbunden. Ein Jahr nach dem Mord werden von der NPD Gedenkveranstaltungen massiv beworben, Trauerdemos usw. usw. geplant. Die oben genannte Veranstaltung ist also eine Gegenveranstaltung gegen diesen Versuch einen politischen Märtyrerkult zu errichten mit all den damit verbundenen emotionalen Propagandamaschen. Von daher ist solch ein fröhlicher Versuch der Stadt Stolberg gegen die Propaganda anzugehen legitim, sogar geboten. 

Und was ist mit mir? Ich bin froh, der Propaganda, die ich durch die Erstinformation bekommen habe, nicht gefolgt zu sein, sondern noch mal ein wenig nachgefragt zu haben.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de