Gipfel-Jubel

Sie freuen sich, dass sie so viel Geld ausgegeben haben. Ob sie eigentlich wissen, wie viel das ist 1000 Milliarden Dollar? – Ich weiß es nicht, kanns mir auch gar nicht vorstellen. Nur meine Frage ist: Wird die Nachwelt auch noch jubeln? Oder anders: Wird man in einem Monat noch jubeln? Optimismus will man verbreiten, damit die Märkte sich freuen. – Irgendwoher kenne ich als religionsgeschichtlich ein wenig versierter Mensch das schon: Opfern wir 1000 Rinder – dann freuen wir uns riesig, weil die Götter das mögen und sich auch freuen. Aber die Götter waren manchmal doch recht launisch und die Opfer sind vergeblich geopfert worden. Aber Hauptsache: Man kann sich für eine kurze Zeit gegenseitig auf die Schultern klopfen und sich ganz entspannt freuen und satt essen. Natürlich wurde noch mehr beschlossen: Kleine Staaten, die mit ihrem Bankgeheimnis eigentlich gar nichts zur Krise beigetragen haben, werden geopfert – den Göttern mag es gefallen, weil man das schon immer so wollte, jetzt nutzt man halt die Zeit der Krise, um auch diese Länder vom Tisch zu wischen. Ach ja, man beschloss auch, die Finanzmärkte zu kontrollollollillieren. Hihi, die Staaten, die das bisher mit ihren kleinen Banken nicht auf die Reihe gekriegt haben, versuchen sich nun an die ganz großen? Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird – bleiben wir beim Opfer: Kein Opfer wird so heiß gegessen, wie es gebraten wird. Übrigens: beim Opfern gibt es viel Blut – und das lockt 1000 Milliarden Fliegen an, die davon profitieren. Will der Währungsfond nicht Schwellenländer unterstützen – wurde die Korruption in diesen ausgeschaltet?

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Eine Antwort auf „Gipfel-Jubel“

  1. Ist das eine Freude: alle lachen und klopfen sich auf die dunkel gewandeten Schultern -in der Gewissheit, dass die so freundschaftlich „Beklopften“ nicht begreifen, was Millionen der Zuschauenden weltweit ahnen oder aber schon längst begriffen haben:
    Alle denken an sich….. Nur ich denke an mich.
    Und die Moral von der Geschicht`?
    Traue bloß dem Nachbarn -hier in London- nicht…..
    meint
    Echolot

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