Genau

Genau das ist es, wenn in unserem Land nicht massiv unterbunden wird, dass Kinder und Jugendliche überwiegend von Jugendlichen anderen Kulturkreises abgezogen werden, von Gruppen verprügelt werden, wenn Gerichte zu lasch darauf reagieren, dann werden sich erst Gruppen Einheimischer zusammentun, um sich zu schützen. Und wenn sie sich zusammentun, dann wird nur noch in schwarz-weiß gedacht: die sind die Bösen – wir sind die Guten. Unter „die sind die Bösen“ werden alle zusammengefasst, ohne noch zu differenzieren. Und man beginnt, sich zum Schutz zu bewaffnen. Und irgendwann kann das Pulverfass explodieren. Da helfen auch keine guten Worte mehr – vor allem, wenn sie keiner ernstnehmen kann, weil sie mit der erfahrenen Realität nicht kompatibel sind (Schäuble). (Wobei angemerkt werden muss: Auf bestimmten gesellschaftlichen Ebenen hat ja auch ein Schäuble Recht – aber die Mehrheit der Menschen leben unter anderen Bedingungen.) Der Staat mit seinem Gewaltmonopol sollte die guten Worte lassen und handeln – bevor es auch bei uns soweit ist wie es der folgende Artikel wiedergibt: http://info.kopp-verlag.de/news/grossbritannien-angst-vor-neuen-rassenunruhen-unter-schuelern-im-kreis-sheffield.html.

Ich denke schon, dass die Vision von einem guten Zusammenleben miteinander vorhanden sein muss – sie sollte auch das Handeln bestimmen – aber nicht, indem Realitäten rosarot gezeichnet werden, nicht indem von einer Seite immer gefordert wird, den Mund zu halten – und darum stören mich diese Gewaltandrohungen der Sprecher islamischer Gruppen (wenn die Politik dies und das /nicht/macht, dann kann ich nicht mehr für Ruhe garantieren usw.) immer so gewaltig, weil sie auf die Basis verheerend wirken und diese Vision von einem guten Zusammenleben permanent untergraben. Ebenso die ständigen Forderungen von deren Seite, die Schuldzuweisungen – statt zu sagen: Kommt Leute, strengt euch an, verhaltet euch so, dass man euch gerne einstellt, gebt euch Mühe, Deutsch zu lernen, Eltern, versucht eure Kinder von gewalttätigen Gruppen fernzuhalten. Zeigt ihnen, dass sie sich einordnen lernen und bläut ihnen nicht ein, dass sie besser seien als die „Ungläubigen“. Diese gewalttätigen Gruppen und Individuen sind ja in der verschwindensten Minderheit. Aber sie wirken durch ihre Taten dominant – auch auf die eigenen Landsleute. Tun die Moscheevereine eigentlich genug gegen diese Gruppen aus den eigenen Reihen – oder fördern sie diese direkt/indirekt? In Koranschulen den Koran auswendig lernen zu lassen, wird da wohl weniger helfen. Ich denke, hier hilft Bildung – Bildung in europäische Philosophie, europäische Rechtstraditionen, europäischer Kultur. (Bildung ist freilich kein Allheilmittel, wenn es mit Pauken verwechselt wird – und vor allem im Alltag nicht sichtbar ist. Ich weiß: Ich bin ein hoffnungslos in Bildung verliebter Bildungsbürger.) Hier sollte vom Staat gefordert werden – statt den Leuten noch den Bauch zu pinseln, indem man ihnen gebetsmühlenhaft versichert, wie friedlich sie doch alle seien. 

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