Lincoln

WELT ONLINE: Die meisten radikalen Gegner der Sklaverei waren aber doch evangelikale Christen … Burlingame: Heute sehen wir in den Evangelikalen vor allem Konservative. Damals waren sie die Speerspitze der Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei. Lincoln war kein evangelikaler Christ, aber er sprach ihre Sprache. Er las viel in der Bibel. WELT ONLINE: Wenn man jenen Text von ihm liest, den jedes amerikanische Schulkind auswendig kann, nämlich die „Gettysburg Address“ von 1863, fallen einem die christlichen Metaphern auf, die dieser Rede zugrundeliegen: Es geht um Tod, Auferstehung und ewiges Leben. Burlingame: Lincoln zitierte die Bibel häufig – sowohl das Alte wie das Neue Testament –, aber er erwähnte Jesus oder den Erlöser so gut wie nie. Er sprach häufig vom Allmächtigen. Er trat nie einer Kirche bei. Der Grund dafür, sagte er, war, dass man als Mitglied einer bestimmten Kirche jeweils ein bestimmtes Glaubensbekenntnis annehmen musste, sei es nun jenes der Methodisten oder Baptisten oder von wem auch immer. Einmal sagte er zu einem Gesprächspartner: „Wenn ich eine Konfession fände, deren Glaubensbekenntnis aus den zwei großen Geboten bestünde – also `Du sollst den Herrn lieben mit deinem ganzen Herzen und einem ganzen Vermögen und deiner ganzen Seele´ und `Liebe deinen Nächsten wie dich selbst´ –, dann würde ich dieser Kirche gern beitreten.< Gefunden unter: http://www.welt.de/kultur/article3188175/Lincoln-starb-als-Maertyrer-fuer-Buergerrechte.html

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