Esoterik 5

(Forstetzung vom 3.2.) In Deutschland spaltete sich Rudolf Steiner von der Theosophischen Gesellschaft ab und gründete die Anthroposophen. Auch er, durchraunt von geheimnisvollen Traditionen, Verbindungen mit Geistern und Meditationstechniken. Die Wandervogelbewegung der Zeit, die Suche nach der geheimnisvollen blauen Blume, die Verschmelzung mit der Natur durch die Sportbewegungen draußen in der Natur, das gesunde Leben durch das Essen von Kelloggs Müsli wurde tatsächlich im Dienst des Gleichgewichts schon im 19. Jahrhundert entwickelt. Der Tanz, die Musik … – nun, der Mensch erkannte sich als ein außergewöhnliches Wesen – und ich vermute: Er musste es, um nicht von Darwins Evolutionstheorie (und den Theorien seiner Vorgänger), laut der der Mensch dem Tier zuzuordnen ist bzw. gar mit den Affen gemeinsame Vorfahren hatte, in die Depression gedrückt zu werden. Da half es nicht mehr, zu sagen: Du, Mensch, du bist Gottes Ebenbild! Der Mensch musste spüren: Ich bin was ganz Besonderes. Ich habe spirituelle Fähigkeiten, Neigungen, Kräfte, Energien, ich kann mit dem Einen verschmelzen. Solche Erfahrungen kann er auch in der christlichen Religion machen. Diese Energien, die der Mensch fand, die hätte er auch schon in Jesus finden können – aber die Theologen und andere hatten in der Zeit ja nichts besseres zu tun, als Jesus diese Kräfte abzusprechen und ihn und die Religion so zu rationalisieren und zu dogmatisieren, dass er bzw. sie nichtssagend wurden. Oder die Verschmelzung mit dem Geist Gottes – durch den Geist Gottes – die frühe Kirche kannte das: das war bei den rational-kühlen Deutschen usw. verpönt. Zwar gibt es Unterschiede zwischen diesen Erfahrungen, aber das muss jetzt nicht thematisiert werden.

Impressum auf  www.wolfgangfenske.de